Bartholomaios I. am Rednerpult
Bartholomaios I. am Rednerpult

28.09.2021

Kritik aus Moskau an Patriarch Bartholomaios I. Besuch sei "rein politisch" motiviert

Die russisch-orthodoxen Kirche kritisierte den Besuch des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel in der Ukraine als "rein politisch". Patriarch Bartholomaios I. sei von Kräften außerhalb der Kirche abhängig.

Das Leitungsgremium der russisch-orthodoxen Kirche, der Heilige Synod, hat den jüngsten Besuch von Patriarch Bartholomaios I. in der Ukraine scharf verurteilt. In einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung wird der Besuch des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel als "rein politisch" kritisiert, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete.

"Kirchenrechtswidrige Aktionen"

Einmal mehr sei die Abhängigkeit des Patriarchen "von Kräften außerhalb der Kirche" deutlich geworden, so die Erklärung. Bartholomaios ziele mit seinen anhaltenden "kirchenrechtswidrigen Aktionen" darauf ab, die Einheit der Orthodoxie zu zerstören. Der Patriarch habe kein Recht mehr, im Namen der orthodoxen Welt zu sprechen, erklärte das Moskauer Kirchengremium.

Gemäß der Tradition ist der Patriarch von Konstantinopel Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie. Der jüngste Besuch des Patriarchen in der Ukraine sei ohne Einladung durch das Moskauer Patriarchat bzw. die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP) erfolgt, so der Synod weiter. Der Besuch sei somit ein schwerwiegender Verstoß gegen das orthodoxe Kirchenrecht.

Unabhängige Kirche der Ukraine Schisma

Bartholomaios I. hatte Ende August die Ukraine besucht. Anlass war der 30. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit. Die Einladung ausgesprochen hatten die ukrainische Staatsspitze sowie die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU). Bartholomaios hatte der OKU die kirchliche Unabhängigkeit (Autokephalie) verliehen, gegen den ausdrücklichen Willen des Moskauer Patriarchats bzw. der UOK-MP mit Metropolit Onufrij an der Spitze. Für Moskau ist die unabhängige Kirche schismatisch. Die russisch-orthodoxe Kirche kündigte deshalb auch die Eucharistiegemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat und jenen orthodoxen Kirchen auf, die die OKU anerkennen.

"In einer Situation, in der eine Mehrheit der orthodoxen Christen der Welt keine Kirchengemeinschaft mit ihm hat, hat er nicht mehr das Recht, im Namen der gesamten globalen Orthodoxie zu sprechen und sich als ihr Führer zu präsentieren", so der Heilige Synod. Für die russisch-orthodoxe Kirche gehört auch die Orthodoxie in den meisten Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu ihrem kanonischen Territorium. Die autokephale OKU wurde bisher nur vom Ökumenischen Patriarchat sowie dem Patriarchat von Alexandrien, der orthodoxen Kirche Griechenlands und der orthodoxen Kirche Zyperns anerkannt.

(KNA)

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