Bei der Kommunionausteilung
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24.01.2021

Deutsche Kirchen und Vatikan bleiben uneins bei Abendmahlsfeiern Eine Gewissensentscheidung?

Die Kirchen in Deutschland und der Vatikan ringen weiter um eine wechselseitige Teilnahme von Katholiken und Protestanten an der Feier von Abendmahl und Eucharistie. Der ÖAK beharrt weiter auf der gemeinsamen Feier.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) berichtet, beharrt der Ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) darauf, dass Gläubige auf Basis einer Gewissensentscheidung künftig an den entsprechenden Feiern der jeweils anderen Konfessionen teilnehmen dürfen. "Das Mahl zur Versöhnung in Christus Jesus in Unversöhntheit zu begehen, widerspricht der Botschaft Jesu und entstellt den Sinn des eucharistischen Tuns", heißt es in der Stellungnahme des ÖAK.

Eine entsprechende Position hatte der Arbeitskreis bereits in einem 2019 veröffentlichten Papier mit dem Titel "Gemeinsam am Tisch des Herrn" vertreten. Der Vatikan erteilte gegenseitigen Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten im September vergangenen Jahres dagegen eine Absage.

Individuelle Gewissensentscheidung?

Die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis seien "noch so gewichtig", dass sie eine Teilnahme katholischer und evangelischer Christen an der Feier der jeweils anderen Konfession derzeit ausschlössen. Auch für eine "individuelle Gewissensentscheidung" gebe es keine Grundlage, heißt es in einem Schreiben der Glaubenskongregation an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. Dem Schreiben beigefügt war ein theologischer Anhang.

Der ÖAK sieht seinerseits bei den "Lehrmäßigen Anmerkungen" aus Rom theologische Mängel. Die Kritik des Vatikan sei "wegen des gewundenen Gedankenganges, der vielen Vermutungen ('eigentlich') und schillernder Komparative ('eher') in ihrer Substanz und Stoßrichtung nicht leicht zu erkennen".

"Wertschätzend und sachlich"

Zum Schluss des 26-seitigen Dokuments heißt es: "Der ÖAK bleibt bereit, sich in den Dienst der Suche nach Formen der sichtbaren Einheit der Kirchen zu stellen." Hierfür sei "eine theologisch intensive Befassung mit der Theologie von Abendmahl und Eucharistie in allen christlichen Konfessionen" erforderlich. Man sei der Überzeugung, mit der Studie "Gemeinsam am Tisch des Herrn" dazu einen "wichtigen Beitrag" geleistet zu haben.

Gegenüber dem Portal katholisch.de bezeichnet Bätzing die Stellungnahme als "sehr wertschätzend und sachlich geschrieben". Der Limburger Bischof hat katholischerseits den ÖAK-Vorsitz inne. Das Gremium arbeitet auf wissenschaftlicher Basis eigenständig und unterrichtet sowohl die Bischofskonferenz wie auch den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) regelmäßig über die Themen und die Ergebnisse seiner Gespräche.

Das weitere Vorgehen

Am Freitag und Samstag beriet die Glaubenskommission der Bischofskonferenz über das weitere Vorgehen in der Debatte. Den Bischöfen liegt laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" der Vorschlag vor, den Klärungsprozess innerhalb der katholischen Kirche fortzuführen und in engem Kontakt mit dem Vatikan zu bleiben. Konkret sei an eine interne Expertentagung mit Vertretern von evangelischen und orthodoxen Kirchen sowie eine internationale Tagung in Rom gedacht.

Wie der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte, wollen die beiden Vorsitzenden der Glaubenskommission und der Ökumenekommission bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe einen Zwischenbericht geben. Die jüngste Stellungnahme des ÖAK sei nicht zuletzt entwickelt worden, "um die Arbeit in den bischöflichen Kommissionen der Bischofskonferenz bei der weiteren Arbeit und einer kritischen Würdigung mit dem Votum 'Gemeinsam am Tisch des Herrn' sachgerecht zu unterstützen".

Joachim Heinz
(KNA)

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