08.11.2020

Evangelische Jahrestagung beginnt mit Beratungen der Lutheraner Digital und verkürzt

Die Jahrestagung der evangelischen Kirche berät in diesem Jahr wegen der Pandemie erstmals digital. Und auch Berichte leitender Geistlicher stehen ganz im Zeichen der Herausforderungen durch Corona.

Mit den Beratungen der lutherischen Kirchen hat am Samstag die Jahrestagung der evangelischen Kirche begonnen. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister bekannte zu Beginn der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), er empfinde in der Corona-Pandemie einen schmerzlichen Verlust von Nähe. "Vor allem aber verliere ich Bilder der gewohnten Normalität", erklärte der Leitende Bischof der VELKD am Samstag.

Auch die Tagung steht unter Einfluss der Corona-Pandemie: Erstmals wird rein digital getagt. "Dinge, die wie selbstverständlich in unserer Gesellschaft waren und das Miteinander regulierten, sind fraglich geworden", schrieb Meister in seinem Bericht an die Synodalen und fügte hinzu: "Nähe wird zum Gefahrengut. Jeder ist verdächtig."

Freie Religionsausübung hohes Gut

Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad sprach sich trotz der verschärften Kontaktregeln während der Corona-Pandemie dafür aus, weiter Gottesdienste zu feiern. Im Frühjahr sei die Situation eine andere gewesen, betonte er bei einer Online-Pressekonferenz vor Beginn der Beratungen. Es habe noch keine Maskenpflicht gegeben und keine Hygienekonzepte für die Kirchen, sagte der Vorsitzende der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK). Mittlerweile gebe es gute Erfahrungen mit den Hygiene- und Abstandsregeln, so dass man guten Gewissens weiter Gottesdienste feiern könne.

Die freie Religionsausübung sei ein hohes Gut, aber es dürfe auch nicht zu Verantwortungslosigkeit führen, sagte Schad. Die Entscheidung der Politiker, Gottesdienste nicht wieder einzuschränken, sei auch ein Echo auf den verantwortungsbewussten Umgang mit den Pandemieregeln durch die Kirchen.

Lob für Synodalen Weg

Der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Karl-Hinrich Manzke, legte am Nachmittag der Generalsynode seinen Catholica-Bericht vor. Darin lobte der leitende Theologe der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe den katholischen Reformprozess, den sogenannten Synodalen Weg. Die erste Synodalversammlung Anfang Februar sei ein «vielversprechender Auftakt» gewesen. Der Synodale Weg werde sich dennoch mittelfristig nicht von der Erwartung frei machen können, konkrete Ergebnisse zu liefern, erwartet Manzke. Der Wunsch nach sichtbaren Reformen sei auf der Synodalversammlung zu drängend hörbar gewesen, als dass der Prozess ohne sichtbare Konsequenzen bleiben könne.

Der innerkatholische Reformdialog war zwischen der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der größten katholischen Laienvertretung, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, vereinbart worden. Als Lehre aus dem Missbrauchsskandal und der Kirchenkrise wird über die Machtverhältnisse in der katholischen Kirche, die katholische Sexualmoral, die Rolle der Frauen in der Kirche und die priesterlichen Lebensformen diskutiert.

Ökumenischer Kirchentag 2021

Manzke äußerte sich auch zuversichtlich hinsichtlich einer möglichen wechselseitigen Abendmahlsteilnahme für Katholiken und Protestanten auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main im Mai 2021.

Die Generalsynode der VELKD ist traditionell der Beginn der Jahrestagung der evangelischen Kirche. Sie beschränkte sich auf die Beratung von Kirchengesetzen. Außerdem tagen auch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) bis Montag rein digital.

(epd)

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