Verfahren gegen Bremer Pastor Latzel startet im November

Wegen Volksverhetzung vor Gericht

Der evangelische Bremer Pastor Olaf Latzel muss sich Ende November wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht Bremen setzte nach eigenen Angaben nun drei Verhandlungstage im November an.

Modellhafte Nachbildung der Justitia / © Volker Hartmann (dpa)
Modellhafte Nachbildung der Justitia / © Volker Hartmann ( dpa )

Diese sind für den 20., 25. und 30. November terminiert. Anfang September hatte das Amtsgericht die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen und ein Strafverfahren eröffnet.

Abwertende Äußerungen über Gender und Homosexualität

Latzel hatte sich bei einem auch auf Youtube veröffentlichten Eheseminar abwertend über Gender und Homosexualität geäußert und unter anderem gesagt: "Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day." Später entschuldigte er sich für die Worte und führte an, er habe nichts gegen Homosexuelle. Mit dem Wort "Verbrecher" habe er "militante Aggressoren" gemeint, die ihn und seine Gemeinde immer wieder attackierten.

Die Staatsanwaltschaft sieht in den Äußerungen laut Gericht den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Angesichts der hohen Anzahl seiner Follower auf der Internetplattform sei er sich der Reichweite bewusst gewesen.

Dienst nach Beurlaubung wieder aufgenommen

Die Bremische Evangelische Kirche hatte sich von den Aussagen Latzels distanziert und diesen zunächst beurlaubt. Mitte August durfte er seinen Dienst wieder aufnehmen, nachdem er sich zu "einer Mäßigung im Rahmen seines Verkündigungsauftrags" verpflichtet hatte. Ein bereits im Mai gegen ihn eröffnetes kirchliches Disziplinarverfahren ist bis zum Abschluss des Strafverfahrens ausgesetzt.


Olaf Latzel (dpa)
Olaf Latzel / ( dpa )
Quelle:
KNA
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