Forschungsschiff "Poseidon" vom Geomar wird kirchliches Flüchtlingsschiff
Forschungsschiff "Poseidon" vom Geomar wird kirchliches Flüchtlingsschiff
Heinrich Bedford-Strohm fährt mit einem Boot zum Schiff "Sea-Watch"
Heinrich Bedford-Strohm fährt mit einem Boot zum Schiff "Sea-Watch"

20.02.2020

Kirchen-Rettungsschiff "Poseidon" wird in Kiel getauft Auch ein politisches Signal

​Das Rettungsschiff der evangelischen Kirche für Flüchtlinge kommt seinem Einsatz im Mittelmeer einen Schritt näher. Das ehemalige Forschungsschiff "Poseidon" soll am Donnerstag in Kiel getauft werden

Das kündigte  die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover an. Das von der EKD initiierte Aktionsbündnis "United4Rescue - gemeinsam retten" und die Seerettungsorganisation Sea-Watch hatten das Schiff in einem Bieterverfahren Ende Januar erworben. "United4Rescue" wird von mehr als 300 Organisationen und Initiativen unterstützt.

Grünen-Politikerin Toure ist Taufpatin

Taufpatin der "Poseidon" ist Aminata Toure, Vizepräsidentin des Landtages von Schleswig-Holstein. Die Grünen-Politikerin Toure (27) wurde in Neumünster geboren. Ihre Eltern waren 1991 nach dem Putsch in Mali aus ihrer Heimat geflüchtet. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, wird bei der Schiffstaufe Segensworte sprechen, wie es hieß. Die "Poseidon" solle nun schnellstmöglich zur Seenotrettung ins Mittelmeer geschickt werden.

Die Evangelisch-reformierte Kirche sieht in der Unterstützung für das Flüchtlingsschiff der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) auch ein politisches Signal. "Diese Initiative ist nicht ohne Risiko. Sie ist auch ein Symbol, aber ein wichtiges und richtiges", sagte Kirchenpräsident Martin Heimbucher im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Das Bündnis zur Rettung von Flüchtlingen werde auch von politisch Verantwortlichen aufmerksam wahrgenommen, sagte Heimbucher.

"Es gibt auch Austritte deshalb"

Er sagte, dass die Aktion innerhalb seiner Kirche teils kritisch gesehen werde. "Es gibt auch Austritte deshalb, aber im minimalen Bereich. Die Zustimmung ist sehr viel größer." Er entgegne den Kritikern, dass die Entscheidung aus christlicher Verantwortung getroffen worden sei, so Heimbucher. Und weiter: "Ein EKD-Schiff wird die Flüchtlingsproblematik nicht lösen. Aber hier nichts zu tun ist eben auch nicht zu verantworten."

Überdies engagiere sich die Evangelisch-reformierte Kirche Deutschlands mit ihren rund 171.000 Mitgliedern weiter stark in mehreren afrikanischen Ländern, um den Aufbau stabiler politischer und wirtschaftlicher Strukturen zu unterstützen. So solle verhindert werden, dass sich Menschen überhaupt auf den lebensgefährlichen Weg Richtung Europa begeben, betonte Heimbucher.

Bedford-Strohm verteidigt kirchliches Rettungsschiff

​Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Unterstützung der EKD für ein privates Seenotrettungsschiff verteidigt. "Es ist eine ungewöhnliche Aktion. Aber ich glaube schon, dass sie sehr viel zu tun hat auch mit dem christlichen Glauben", sagte Bedford-Strohm am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Im Zentrum der Gebote stehe das Doppelgebot der Liebe - Gott lieben und den Nächsten lieben. "Und wenn Menschen in Lebensgefahr sind, wenn Menschen ertrinken, dass wir dann helfen müssen, das ist eigentlich eine Grundintention, die fast alle Menschen haben."

Der EKD-Chef warb zudem für einen europäischen Verteilmechanismus für Flüchtlinge, um zu erreichen, "dass Menschen, die gerettet werden, auch an Land gehen können". Verschiedene Staaten Europas müssten zusammen helfen, "um die Hilfsbereitschaft, die in den Städten und Dörfern Europas ja vorhanden ist", abzurufen.

Am Donnerstag sollte das Schiff "Poseidon" in Kiel getauft werden. An dem Bündnis United4Rescue sind neben vielen evangelischen Organisationen und Gemeinden auch katholische dabei, etwa der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern. Der EKD-Chef wird bei der Taufe das Segenswort sprechen. Er rechne damit, dass das Boot nach den Umbauarbeiten in Spanien um Ostern herum auslaufen werde, um Menschen im Mittelmeer zu retten. "Vielleicht ist das auch ein gutes Symbol, wenn wir Ostern die Auferstehung Jesu Christi feiern und dann im Mittelmeer unterwegs sind."

(KNA)

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