Ukrainisch-orthodoxer Gottesdienst des Kiewer Patriarchats
Ukrainisch-orthodoxer Gottesdienst des Kiewer Patriarchats

27.11.2018 - 00:00

Ökumenisches Patriarchat bereitet ukrainisches Konzil vor "Neues Kriegsrecht kein Hindernis für Vereinigungsversammlung"

Die Ukraine hat für Teile des Landes das Kriegsrecht verhängt. Vorangegangen war eine russische Attacke gegen ukrainische Schiffe. In ähnlich unruhigen Gewässern segeln derzeit die orthodoxen Kirchen der Region.

Die Ukraine steht offenbar kurz vor der umstrittenen Gründung einer eigenständigen (autokephalen) orthodoxen Landeskirche. Das Leitungsgremium des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel will nach eigenen Angaben auf seiner von Dienstag bis Donnerstag dauernden Versammlung in Istanbul den "konkreten Termin im Dezember" für das ukrainische Vereinigungskonzil festlegen. Das Konzil soll die Spaltung der orthodoxen Kirche in dem osteuropäischen Land überwinden und ein Oberhaupt wählen.

Zwist zwischen Moskau und Konstantinopel

Als Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie kommt dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., dabei eine Schlüsselrolle zu. Der Vereinigungsprozess der bisher drei orthodoxen Kirchen in der Ukraine solle bald abgeschlossen werden, damit die "neueste autokephale Schwesterkirche" entstehe, hatte er am Wochenende gesagt. Aus Protest gegen die Ukraine-Initiative von Bartholomaios I. hatte die russisch-orthodoxe Kirche Mitte Oktober ihren Gläubigen den Besuch von Gottesdiensten in Kirchen des Ökumenischen Patriarchats verboten. Auch die Zusammenarbeit mit Konstantinopel beendete sie.

Der ukrainische Parlamentspräsident Andrej Parubij rief unterdessen den Ökumenischen Patriarchen auf, das Konzil schnellstmöglich einzuberufen. Russland versuche, die Gründung einer ukrainischen Landeskirche zu verhindern, schrieb er auf Twitter. Das am Montag von Kiew für 30 Tage beschlossene Kriegsrecht für Teile der Ukraine erschwere die Durchführung des Vereinigungskonzils hingegen nicht.

In der Ukraine konkurrieren seit dem Ende der Sowjetunion 1991 drei große orthodoxe Kirchen miteinander. Die meisten ukrainischen Pfarreien zählt die mit dem orthodoxen Moskauer Patriarchat verbundene Kirche. Diese Kirche betrachtet die Angehörigen des 1992 gegründeten Kiewer Patriarchats und der 1921 entstandenen "Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche" als Schismatiker und lehnt eine Vereinigung mit ihnen ab. Fast alle ihre rund 90 Bischöfe wollen dem im Dezember in Kiew geplanten Konzil fernbleiben.

Metropolit Hilarion, Außenamtschef der russsich-orthodoxen Kirche, erklärte das Vereinigungskonzil bereits für gescheitert. Die russische Kirche besteht auf ihrer bisherigen Oberhoheit über die Ukraine und wirft Konstantinopel eine unzulässige Einmischung in dem Land vor.

Wunsch nach kirchlicher Eigenständigkeit

Dagegen dringt der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko seit langem auf die Schaffung einer eigenständigen orthodoxen Landeskirche. Die Verleihung der kirchlichen Eigenständigkeit (Autokephalie) durch Konstantinopel sei der "letzte Beweis, dass die Ukraine den Status einer Kolonie losgeworden ist", sagte er vor wenigen Tagen. Poroschenko besuchte auch mehrfach Bartholomaios I. in Istanbul. Anfang November unterzeichnete er mit ihm ein Abkommen zur Gründung der Kirche, dessen Inhalt allerdings nicht veröffentlicht wurde.

An der Sitzung des Heiligen Synod in Istanbul nimmt nach Angaben Poroschenkos auch sein Berater Rostyslaw Pawlenko teil. Auch Metropolit Augoustinos von Deutschland gehört wie elf weitere Bischöfe dem Leitungsgremium des Ökumenischen Patriarchats an.

Geleitet wird es von Patriarch Bartholomaios I. Zum Auftakt der Sitzung kam der Heilige Synod mit Griechenlands Bildungs- und Religionsminister Kostas Gavroglu zusammen.

In der ukrainischen Gesellschaft spielt Religion traditionell eine große Rolle. Rund 70 Prozent der Bürger sind orthodoxe Christen. Kiew gilt auch als Wiege der russischen Orthodoxie. 988 begann hier die Christianisierung des damaligen Ostslawen-Reichs.

Oliver Hinz
(KNA)

Live: Loss mer Weihnachtsleeder singe!

DOMRADIO.DE überträgt am 23. Dezember das große Mitsingkonzert im RheinEnergie-Stadion live im Web-TV.

Programm im Advent und an Weihnachten

Das volle Programm im DOMRADIO und auf DOMRADIO.DE!

Themenwochen im Advent: Mut tut gut

Drei Buchstaben haben es in sich: In Interviews und Reportagen sprechen wir über den Mut zum Glauben, zum Entscheiden und Handeln. 

Die schönsten Lieder des Mitmach-Chorfestivals

Das Mitmach-Chorfest in der Kölner Lanxess-Arena mit 15.000 Teilnehmern aus allen kirchenmusikalischen Gruppen des Erzbistums. Jetzt alle Videos verfügbar!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 17.12.
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Josef Kardinal Frings
    17.12.2018 09:20
    Anno Domini

    Kardinal Frings

  • 17.12.2018 18:14

    Bischof Jung über den Mut gege...

  • Matthäusevangelium
    18.12.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 1,18–24

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.