Russische Kirche bricht mit Patriarchat von Konstantinopel
Russische Kapelle (Symbolbild)
Der Patriarch von Moskau: Kyrill I.
Der Patriarch von Moskau: Kyrill I.
Der orthodoxe Kiewer Patriarch Filaret Denyssenko
Der orthodoxe Kiewer Patriarch Filaret Denyssenko

31.08.2018

Keine Einigung im ukrainischen Kirchenstreit Wem gehört die Ukraine?

Seit Jahren streiten das Moskauer und das Kiewer Patriarchat um Vormachtsstellung in der Ukraine. Auch das jüngste Treffen zwischen Patriarch Kyrill I. und Patriarch Bartholomaios I. brachte keine Einigung.

Die orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel und Moskau haben am Freitag keine Einigung über die Zukunft der orthodoxen Kirche in der Ukraine erzielt. Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, halte an seinem Plan fest, die ukrainische Kirche als autokephal (eigenständig) anzuerkennen, sagte der zuständige Metropolit Emmanuel nach dem Patriarchentreffen in Istanbul. Die von Patriarch Kyrill I. geführte russisch-orthodoxe Kirche lehnt die Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche ab und wird dabei von einigen weiteren orthodoxen Landeskirchen unterstützt.

Beide Patriarchen hatten zu Beginn des Treffens betont, ihnen sei die Einheit der orthodoxen Kirche wichtig. "Wir glauben an die Kraft des Dialogs", sagte Kyrill I. nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Erste Begegnung der beiden Kirchenoberhäupter seit mehr als zwei Jahren

Einen Zeitplan für die Verleihung der Autokephalie nannte Emmanuel nicht. Kyrill I. äußerte sich nach dem Treffen vor Journalisten nicht zur Ukraine. "Das war ein gutes Treffen, die Atmosphäre war sehr gut", sagte er nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Es war die erste Begegnung der beiden Kirchenoberhäupter seit mehr als zwei Jahren.

Die ukrainische Regierung wirft der russisch-orthodoxen Kirche vor, ein "politisches Werkzeug" von Kreml-Chef Wladimir Putin zu sein. Die russische Kirche unterstütze "Putins Hybrid-Krieg gegen die Ukraine und betet Tag und Nacht für die russische Regierung und die russische Armee", protestierte Staatspräsident Petro Poroschenko vor einer Woche.

Die ukrainische Initiative für die Loslösung der dortigen Kirche von Moskau gilt aktuell als Hauptstreitpunkt zwischen Moskau und Konstantinopel. Poroschenko und das Parlament in Kiew hatten im April an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel appelliert, der orthodoxen Kirche des Landes die Autokephalie zu verleihen.

Wer hat das Sagen in der Ukraine?

Im Zuge der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine 1991 hatte sich die orthodoxe Kirche des Landes gespalten. Seither ringen die dem Moskauer Patriarchat unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche und das 1992 gegründete Kiewer Patriarchat um die Vormachtstellung in der Ukraine. In dem Land wird angesichts des Krieges in der Ostukraine zwischen von Moskau unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen der Ruf nach einer von Russland unabhängigen orthodoxen Kirche lauter.

Rund 70 Prozent der Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Bisher erkennen das Ökumenische Patriarchat und die mehr als ein Dutzend orthodoxen Landeskirchen offiziell nur die russisch-orthodoxe Kirche an, die in der Ukraine über die meisten Pfarreien verfügt.

Die Orthodoxie

In der Orthodoxie bilden die zurzeit 14 autokephalen Kirchen gleichberechtigte Glieder einer Glaubens- und Sakramentengemeinschaft. Zu den Vorrechten Konstantinopels gehören die Gewährung der Autokephalie und andere Aufgaben; allerdings kein Jurisdiktionsprimat, wie ihn der römische Papst für sich in Anspruch nimmt.

(KNA)

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