Gruft im Berliner Dom wird für 17,3 Millionen Euro saniert
Gruft im Berliner Dom wird für 17,3 Millionen Euro saniert

16.08.2018

Gruft im Berliner Dom wird für 17,3 Millionen Euro saniert Weg von der "Parkhausanmutung"

Die Gruft im Berliner Dom ist die größte fürstliche Grabstätte in Deutschland. Dort stehen 94 Särge. Derzeit ist die Beleuchtung schummrig, die Gruft beengt und Beschriftungen schlecht. Aber das soll sich bald ändern. Sie wird umfassend saniert.

Die Hohenzollerngruft im Berliner Dom mit 94 Särgen auf fünf Jahrhunderten wird umfassend saniert. Die Baukosten seien auf 17,3 Millionen Euro veranschlagt, sagte Domsprecherin Svenja Pelzel am Donnerstag. Davon tragen Bund und Land 90 Prozent, den Rest von rund 1,7 Millionen Euro die evangelische Domgemeinde. Die Gruft ist die größte fürstliche Grabstätte in Deutschland.

Geplant sind bis 2023 unter anderem ein besserer Zugang zum Gruftgeschoss durch eine Verlängerung des breiten Treppenhauses im Dom und der Einbau eines Fahrstuhls, um Kirche und Gruft barrierefrei zugänglich zu machen. Außerdem sollen die Särge unter anderem mit einem neuen Lichtkonzept besser präsentiert und in den Katakomben eine Klimaanlage eingebaut werden.

Jährlich 700.000 Besucher im Dom gezählt

Ein Teil der Gruft wird laut Pelzel zudem abgetrennt und zu einem Informationsraum über die Hohenzollern-Grablege umgestaltet. In den Katakomben von Deutschlands größter protestantischer Kirche sind unter anderem der Große Kurfürst, König Friedrich I., seine zweite Frau Königin Sophie-Charlotte sowie Königin Elisabeth Christine, die Gemahlin von Friedrich dem Großen, bestattet.

Jährlich werden mehr als 700.000 Besucher im Dom gezählt, 80 Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland. Derzeit ist der Zugang zu der Gruft sehr beengt, in der schummrigen Beleuchtung sind Beschriftungen oft nur schwer lesbar. Der Raum habe eine "Parkhausanmutung", sagte Pelzel.

Schimmel- und Mottenbefall

Raum und Särge leiden wegen der schlechten Belüftung zum Teil unter Schimmel- und Mottenbefall. Die Verweildauer der Besucher an dem geschichtsträchtigen Ort ist entsprechend kurz. "Wir wollen die Gruft zu einem würdevollen Ort machen, der auf emotionaler Ebene erlebbar wird", sagte Pelzel. Am Ende des Rundgangs wird in einem weiteren Raum über die Wirkungsstätten der Hohenzollern in Berlin und Brandenburg informiert.

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg begann 1975 in der DDR der Wiederaufbau des in Ost-Berlin gelegenen Berliner Doms. 1993 wurde die Wiedereinweihung der Kirche gefeiert, die Gruft ist seit 1999 für die Öffentlichkeit zugänglich. Der ursprünglich 1905 fertiggestellte Berliner Dom gehört zu den bedeutendsten evangelischen Kirchenbauten in Deutschland.

(epd)

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