Koptenkloster in Höxter
Koptenkloster in Höxter

02.06.2018

25 Jahre Kopten-Kloster in Höxter "Stätte der Freiheit"

1993 drei sanierungsbedürftige Flügel des Klosters für den symbolischen Preis von einer Deutschen Mark. Seitdem wird das Kloster renoviert, größtenteils in Eigenregie.

Die Kopten in Deutschland haben am Wochenende das 25-Jahr-Jubiläum ihres Klosters in Höxter gefeiert. Dabei würdigte der nordrhein-westfälische Landtagspräsident Andre Kuper das Kloster als "Refugium für religiös Bedrängte" und "Stätte der Freiheit". Auf die Anschläge auf koptische Christen in Ägypten habe das Kloster nicht nur mit Gebet reagiert, sondern sich auch politisch und diplomatisch engagiert.

"Kein Blattgoldchristentum"

Kuper würdigte das Engagement des koptischen Bischofs Anba Damian. Er hat seit 1993 in dem Kloster in Höxter-Brenkhausen seinen Sitz, leitet das nördliche der beiden koptischen Bistümer in Deutschland und vertritt die rund 12.000 Kopten in der Bundesrepublik gegenüber Politik und anderen Kirchen.

Der Geistliche lebe hier "kein Blattgoldchristentum", sagte Kuper laut Redemanuskript, sondern den Gedanken der Nächstenliebe, der Religionsfreiheit und der Menschenwürde.

Der Nahe Osten, die ursprüngliche Heimat der Kopten, stehe vor großen Herausforderungen. "Und da ist es gut, einen Ort des Mutes und der Ermutigung zu haben wie diesen hier in Brenkhausen", sagte der Landtagspräsident und verwies unter anderem auf die Flüchtlingsarbeit von Anba Damian.

"Wichtige Anlaufstelle für Geflüchtete"

Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz gratulierte Damian. Das Kloster habe eine "außerordentliche und wirklich beeindruckende Entwicklung" genommen und sich "zu einem starken geistlichen Zentrum, zu einem Ort der Begegnung und zu einer wichtigen Anlaufstelle für Geflüchtete" entwickelt, sagte am Samstag der Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann.

Er gehört der Ökumenekommission der Bischofskonferenz an. Zimmermann lobt die "ausgesprochen guten geschwisterlichen Beziehungen" zwischen Kopten und katholischer Kirche.

Das im Mittelalter errichtete Gebäude in Höxter hatten über die Jahrhunderte Ordensfrauen der Zisterzienser und Benediktiner bewirtschaftet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster säkularisiert. Lange Jahre war der denkmalgeschützte Komplex im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Lob für Gastfreundschaft der Kopten

Die koptische Gemeinde kaufte Kuper bezeichnete es als "wundersamen Wechsel", wenn neue Gemeinschaften Klöster und Predigstätten übernehmen, die von den beiden großen Kirchen in Deutschland aufgegeben wurden. Er lobte die Gastfreundschaft der Kopten in Höxter, von der viele katholische und evangelische Gemeindegruppen in den vergangenen Jahren profitiert hätten.

An dem Empfang nahm auch der ägyptische Botschafter in Deutschland, Badr Abdelatty, teil. Für Samstag ist ein Symposium über die koptisch-orthodoxe Kirche und ihre Rolle in der Welt geplant.

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Angaben über Mitgliederzahlen schwanken zwischen acht und elf Millionen unter den rund 94,5 Millionen Einwohnern. Wegen islamistischer Anschläge sind in den vergangenen Jahren viele Kopten auch nach Deutschland geflüchtet.

(KNA)

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