Zukünftig die Kollekte mit dem Handy spenden?
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Werden analoge Kollekte und...
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...der Klingelbeutel bald ersetzt?
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23.04.2018

Evangelische Gemeinde testet Kollekte per App Digitaler Klingelbeutel

Ist das die Zukunft? Kein Kramen mehr im Geldbeutel während des Gottesdienstes, sondern die Kollekte mit ein paar Klicks auf dem Handy spenden? In der evangelischen Kirchengemeinde Walsrode wurde die Kollekte per App nun getestet.

DOMRADIO.DE: Die Kollekte über elektonische Medien ist vor allem in einigen Gemeinden Skandinaviens schon länger Standard. Aber auch in Deutschland wird das bargeldlose Spenden gerade eingeführt. Nun wurde an diesem Sonntag auch in Ihrer Gemeinde getestet. Wie ist der Versuch mit der Kollekten-App denn bei den Gottesdienstbesuchern angekommen?

Ottomar Fricke (Pastor in der evangelischen Kirchengemeinde Walsrode und Superintendent): Für die meisten Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher war das gar kein großer Aufreger. Ich habe den Eindruck, das wird interessiert als exotisches Detail zur Kenntnis genommen. Manche probieren es von Zuhause aus. Die meisten haben aber einfach genau wie immer die Kollekte in den Klingelbeutel geworfen. Aber das hatten wir eigentlich auch so erwartet.

DOMRADIO.DE: Das heißt, dieses Angebot gibt es zusätzlich zum Klingelbeutel?

Fricke: Genau so ist es. Es ist einfach ein zusätzliches Angebot, eine weitere Möglichkeit.

DOMRADIO.DE: Wie genau funktioniert diese App?

Fricke: Es ist eine ganz normale App von unserer Sparkasse vor Ort. Die haben uns einen sogenannten QR-Code zur Verfügung gestellt, den man mit dieser App abscannen kann. Dann landet man direkt auf einem Überweisungsformular und kann sofort die Überweisung tätigen. Damit kann man die Kollekte geben, die man sonst mit seinem Geldstück oder Geldschein geben würde.

DOMRADIO.DE: Wie war das für Sie als Pastor? Sie stehen vorne und blicken in Ihre Gemeinde. Dann zücken plötzlich einige ihr Handy, oder was für eine Veränderung konnten Sie beobachten?

Fricke: Eigentlich war die Veränderung gar nicht so stark. Die meisten haben es so gemacht wie immer. Ich weiß, dass manche es mit der App von Zuhause aus gemacht haben, weil sie der Meinung waren, dass sei ihnen in der Kirche zu umständlich. Es war ein Konfirmationsgottesdienst, was bedeutet, dass manche Besucher leider mehr Interesse für ihr Handy hatten als für das, was im Gottesdienst läuft.

DOMRADIO.DE: Man könnte ja auch sagen, die Menschen können dann auch gleich Zuhause am Computer an die Hilfsorganisation ihrer Wahl spenden. Warum ist die Kollekte dann noch fester Bestandteil des Gottesdienstes?

Fricke: Erstens ist das ja ein Teil der Kollekte und zweitens ist es für uns ganz wichtig, dass die Kollekte ein wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes ist. Wenn man in die Bibel schaut, dann findet man schon im Alten Testament, dass es eine Spendenmöglichkeit für die Besucher des Tempels gegeben hat. Also schon vor 2800 Jahren war das so.

Wenn man im Neuen Testament weiterliest, da sammelt Paulus Kollekten von Menschen in Mazedonien und Achia ein, die freiwillig für die armen Geschwister in Jerusalem spenden. Paulus nimmt dieses Geld und bringt es persönlich nach Jerusalem. Das würden wir heute nun nicht mehr so machen, sondern würden es eben überweisen. Früher war es so, dass man für die armen Menschen Naturalien mit in den Gottesdienst brachte. Das machen wir aber auch schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Insofern ist es einfach eine Weiterentwicklung von dem, was es immer gegeben hat.

Aber die Kollekte brauchen wir weiter für den Gottesdienst, denn Gottesdienst ist nicht nur interne Kontemplation, sondern hat immer auch etwas mit dem gelebtem Glauben zu tun. Man denke nur an das Fürbittgebet, da kommt es ja auch vor. Oder eben, indem man tatsächlich etwas gibt.

DOMRADIO.DE: Was ist denn Ihr Gefühl? Wird sich diese Kollekten-App durchsetzen?

Fricke: In der Form, in der wir es ausprobiert haben, vermutlich nicht. Dafür ist sie noch ein bisschen zu kompliziert. Und es gibt viel zu viele Methoden, eine TAN zu generieren. Daran werden wir noch arbeiten müssen. Aber dies war nur ein Versuch, um herauszufinden, was es braucht, damit es angenommen wird.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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