"Vesperkirche" in Gütersloh
"Vesperkirche" in Gütersloh

23.01.2018

Erste "Vesperkirche" in NRW lädt zu Essen und Besinnung ein Mahlzeit und Amen

Vesper, ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Liturgisch ist es das Abendgebet des Stundengebets der Kirche. Es kann aber auch als Zwischenmahlzeit interpretiert werden. Eine evangelische Kirche in Gütersloh verbindet nun beides miteinander.

DOMRADIO.DE: "Alle sind willkommen – ob mit oder ohne Glauben – zu essen zu trinken zu rasten – einander kennen zu lernen – ins Gespräch zu kommen – sich wohl zu fühlen – gemeinsam unter dem Kirchendach". So heißt es in der Einladung auf Ihrer Internetseite. Vom vergangenen Montag an bis zum 4. Februar verwandelt sich die evangelische Martin-Luther-Kirche in Gütersloh in eine "Vesperkirche". Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Dr. Nils Wigginghaus (Organisator der "Vesperkirche" in der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Gütersloh): Diese Idee der "Vesperkirche" ist insgesamt nicht neu. Es gibt sie im süddeutschen Raum - in Bayern und Baden-Württemberg - schon seit vielen Jahren. Für uns in Nordrhein-Westfalen ist sie neu. Ich glaube, dass wir die erste "Vesperkirche" in Nordrhein-Westfalen sind. Über Süddeutschland ist die Umsetzung der Idee auch in mir gewachsen. Ich habe am Bodensee studiert und ein ehemaliger Studienkollege von mir war eingeladen, in einer "Vesperkirche" zu helfen. Ich einem Gespräch berichtete er mir davon, und so war meine Neugier geweckt.

DOMRADIO.DE: Was ist denn das Grundkonzept dieser Kirche?

Wigginghaus: Das Grundkonzept hat zwei Säulen. Wir geben grundsätzlich über 14 Tage jeden Tag Essen ohne Gegenleistung aus. Die Gäste können etwas spenden, müssen aber nicht. Im Prinzip verschenken wir das Essen. Das lockt natürlich auch viele Menschen an, die einsam sind oder die Schwierigkeiten haben, sich Essen zu leisten. Diese Gäste sind die eine Säule.

Die andere Säule sind die Helferinnen und Helfer. Die Essensausgabe erfolgt am Tisch. Die Menschen werden am Tisch durch Ehrenamtliche, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten haben gewinnen können, bedient. Wir haben insgesamt über die 14 Tage rund 600 Ehrenamtliche im Einsatz, die sich als Servierer, Aufräumer und Portionierer betätigen, damit die Gäste versorgt werden.

DOMRADIO.DE: "Alle sind willkommen" heißt es. War es wirklich ein bunter Mix an Menschen, die zu Gast kamen?

Wigginghaus: Ja, ein ganz gemischter Kreis. Das ist auch der große Erfolg, den wir jetzt schon verzeichnen können. Es waren Menschen vom Rande der Gesellschaft da, Menschen, von denen ich glaube, dass sie lange nicht am Platz bedient worden sind und vielleicht auch Schwierigkeiten haben, sich ein warmes Mittagessen zu leisten. Es waren aber auch Belegschaften da. Viele Unternehmen haben in der Mittagspause die "Vesperkirche" genutzt. Insofern eine bunte Mischung. Es kamen alte und junge Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund. Die "Vesperkirche" wendet sich an alle. Das hat bisher auch ganz hervorragend funktioniert, denn durch das Aufeinandertreffen entstehen Begegnungen, die es sonst nicht gegeben hätte. Und das ist unser Ziel, dies zu ermöglichen.

DOMRADIO.DE: Was haben Ihnen denn die Gäste und auch die Ehrenamtlichen bisher für ein Feedback zurückgespielt?

Wigginghaus: Am Anfang und am Ende einer jeden Veranstaltung machen wir mit den Helfern eine Art Ritual. Beim Endritual gibt es immer auch die Möglichkeit, aus der Helferschaft heraus zu sagen, was ihnen durch den Kopf gegangen ist. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Menschen eine große Freude daran haben, zu geben. Während wir dort standen und uns verabschiedeten, kam auch einer der Gäste auf uns zu und hat sich an die Helferschar gewandt und sich dafür bedankt, dass dies alles für die Gäste gemacht wurde. Er habe wirklich viele neue Leute kennengelernt und die Gastfreundschaft sehr genossen. Das ist ein wunderbares Feedback.

DOMRADIO.DE: Sie machen das insgesamt zwei Wochen lang. Was ist denn noch geplant die nächsten Tage?

Wigginghaus: Wir haben an jedem Tag als Kernpunkt die Essensausgabe. Aber wir haben auch jeden Tag einen spirituellen Impuls. Um 13.00 Uhr wird die Essensausgabe für fünf Minuten unterbrochen. Dann findet entweder eine kleine Lesung statt oder ein Gedicht beziehungsweise ein Gebet oder eine Anekdote wird vorgetragen, die die Menschen innehalten lässt und zum Nachdenken bringt. Um 14.00 Uhr gibt es jeden Tag eine kleine Aufführung der beiden Gütersloher Musikschulen.

Schließlich haben wir abends noch Kulturveranstaltungen, wie einen Kinoabend und eine Slam-Poetry-Veranstaltung. Insbesondere das Kino ist eine große Herausforderung, denn die Gäste schauen in beide Richtungen. Einmal sind es die Bänke, die Richtung Altar gerichtet sind und zum anderen die Bänke, die wir zum Kirchenausgang umgedreht haben. Das heißt, wir haben zwei Leinwände, auf denen der gleiche Film gezeigt wird. Ich glaube, das wird eine besonders spannende Veranstaltung.

Das Interview führte Martin Mölder.

(DR)

Kölner Ministrantenwallfahrt 2018

Rund 2.400 Messdienerinnen und Messdiener aus dem Erzbistum Köln besuchen zur diesjährigen Ministrantenwallfahrt Rom. Noch bis 20. Oktober wollen sie unter dem Motto "Felsenfest" ihren Glauben stärken.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.10.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • MdB Hirte über Bundestagsdebatte zu §219a
  • Messdienerleiter der vom Ministranten-Dasein erzählt
  • Jugendsynode: Jesuitenpater Clemens Blattert berichtet aus Rom
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Europäischer Tag gegen Menschenhandel
  • Campusradio bonnFM zu Festgottesdienst 200 Jahre Uni Bonn
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Europäischer Tag gegen Menschenhandel
  • Campusradio bonnFM zu Festgottesdienst 200 Jahre Uni Bonn
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2018
  • Union gegen Streichung Paragraf 219a
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2018
  • Union gegen Streichung Paragraf 219a
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Jugendsynode: Jesuitenpater Clemens Blattert berichtet aus Rom
  • Europäischer Tag gegen Menschenhandel
  • Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2018
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    19.10.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 12,1–7

  • Neue Glocken für den Hamburger Michel
    19.10.2018 09:10
    Anno Domini

    Der Michel: Das Wahrzeichen Ha...

  • Lukasevangelium
    20.10.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 12,8–12

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen