Synode der EKD
Personalkarussel bei der EKD
Landesbischöfin Ilse Junkermann
Landesbischöfin Ilse Junkermann
Bischof Jan Janssen
Landesbischof Jan Janssen

23.11.2017

Bischofskarussell in der Evangelischen Kirche Überraschende Veränderungen in zwei Landeskirchen

Die Amtszeit der mitteldeutschen Landesbischöfin Ilse Junkermann wird nicht verlängert und der Oldenburger Bischof Jan Janssen zog selber die Reißleine. Zwei Personalien in zwei unterschiedlichen Amtszeit-Systemen.

In der Evangelischen Kirche rotiert das Bischofskarussell: Am Mittwochabend gab der Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) vor der in Erfurt tagenden Synode bekannt, dass er keinen Antrag auf Verlängerung der Amtszeit von Landesbischöfin Ilse Junkermann stellen werde. Damit läuft die Phase der 2009 gewählten Theologin planmäßig 2019 aus.

Und am Donnerstag teilte die Oldenburger Synodalpräsidentin Sabine Blütchen der in Rastede tagenden Landessynode mit, dass Landesbischof Jan Janssen ihr seinen Verzicht auf das Bischofsamt erklärt habe.

Junkermann geht ungern

Im Fall Junkermanns war der Amtsverzicht eher erzwungen: Vor der Synode erklärte die Bischöfin, dass sie die Entscheidung des Landeskirchenrats "schmerze" und sie zu einer Verlängerung bereitgestanden hätte. Doch das 22-köpfige Gremium, das in anderen Landeskirchen den Titel "Kirchenleitung" trägt, hatte in geheimer Abstimmung anders entschieden. Ganz offensichtlich gärte in der Landeskirche eine Unzufriedenheit mit der Theologin - "die von ihr öffentlich gesetzten Themen und die Themen, die viele in der Landeskirche interessieren, divergieren", hieß es am Donnerstag aus EKM-Quellen.

Junkermann, die auch stellvertretende Leitende Bischöfin der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, war die erste Bischöfin der 2009 aus der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Lutherischen Landeskirche Thüringens fusionierten Landeskirche. Ihr Magdeburger Vorgänger Axel Noack war trotz noch laufender Amtszeit bei Gründung der neuen Kirche an die Universität Halle-Wittenberg gewechselt.

"Der Landeskirchenrat würdigt insbesondere die Prägung des Bischofsamtes in unserer noch jungen Kirche, gerade in der Phase des Zusammenwachsens sehr unterschiedlicher geistlicher und struktureller Traditionen, durch Landesbischöfin Junkermann und dankt ihr für diesen Dienst", erklärte dessen stellvertretender Vorsitzender Diethard Kamm. "Im ausführlichen Austausch und gründlicher Beratung ist er allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass dann andere und neue Impulse der Konsolidierung und des Aufbruchs in die Gesellschaft für die EKM wichtig sind."

Janssen geht freiwillig

Ganz anders ist es in Oldenburg. Janssen, der im Mai 2008 im Alter von gerade einmal 45 Jahren auf Lebenszeit zum Bischof gewählt wurde, wäre theoretisch erst mit 67 in Pension gegangen. Nach neun Jahren zog er nun die Reißleine. "Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen und deren Auswirkungen auf unsere Kirche gehört zu den Gedanken über stete Erneuerungsprozesse auch die Überlegung, ob ein lebenslanges Amt den Herausforderungen weiterhin angemessen ist und ob ein solches in seiner weitgreifenden Verantwortung und Bürde bis zu Ende ausgefüllt werden kann", erklärte der Theologe am Donnerstag.

"Dagegen kann von Zeit zu Zeit ein Wechsel zu neuen Kräften und Ideen für unsere Kirche nach vorn weisen - so wie es auch andere Kirchen vorsehen."

Hannovers Landesbischof Ralf Meister versicherte Janssen seinen Respekt vor der Entscheidung. Der katholische Vechtaer Weihbischof Wilfried Theising äußerte großes Bedauern: "Die Ökumene unserer Kirchen war ihm ein wirkliches Herzensanliegen und wir haben dazu fruchtbare Gespräche geführt."

Er sei Pastor, so Janssen, und auf dieser Basis habe er auch das Bischofsamt fruchtbar gemacht. Nach über neunjähriger kirchenleitender Tätigkeit als Bischof gehe es für ihn nun nach sorgfältiger Abwägung "um einen Neuanfang im Pfarrdienst, auf Gemeindeebene, in Verkündigung und Seelsorge an der Basis vor Ort." Womit Janssen nicht nur unterschwellige Kritik an dem im Gegensatz zu vielen anderen Landeskirchen noch immer unbegrenzten oldenburgischen Bischofsamt äußerte. Er plädierte für einen Wechsel im höchsten Kirchenamt "von Zeit zu Zeit".

Ähnlich wie der bayerische Bischof Johannes Friedrich, der vor seiner Pensionierung noch einmal einige Jahre als Landpfarrer im Fränkischen amtierte, machte er damit auch deutlich, dass für einen evangelischen Theologen das Ende des Bischofsamts nicht das Ende der Karriere ist.

Benjamin Lassiwe
(KNA)

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