Käßmann wehrt sich gegen Kritik an Gedenken zum Lutherjahr

"Jubiläum wird in die Geschichte eingehen"

Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat Kritik an den Feiern zum Lutherjahr zurückgewiesen. "Wenn die evangelische Kirche das Reformationsjubiläum nicht genutzt hätte, wäre ihr das als Riesenfehler vorgeworfen worden", so Käßmann.

Veranstaltung im Rahmen der "Kirchentage auf dem Weg" / © Jens-Ulrich Koch (epd)
Veranstaltung im Rahmen der "Kirchentage auf dem Weg" / © Jens-Ulrich Koch ( epd )

Das sagte die frühere Ratspräsidentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der Zeitbeilage "Christ & Welt" (Donnerstag).

Zu Beginn des Sommers seien die Besucherzahlen in Wittenberg zwar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, das Interesse sei später aber deutlich gestiegen. "Ich bin da, was die nachträgliche Betrachtung des Reformationssommers angeht, zuversichtlicher als mancher Kommentator.

"Jubiläum wird in die Geschichte eingehen"

Dieses Jubiläum wird in die Geschichte eingehen, als wirklich ökumenisch und weltoffen", sagte die 59 Jahre alte Theologin.

Sie habe gehofft, dass "jede deutsche evangelische Kirchengemeinde in diesem Jahr einmal nach Wittenberg fährt". Viele hätten jedoch ihr eigenes Programm organisiert.

Käßmann verteidigte auch die Entscheidung, einen Großteil der Veranstaltungen nach Wittenberg zu legen: "Das Jubiläum war eine Riesenermutigung für die Christen in Ostdeutschland. Das kann man sich in den alten Ländern gar nicht vorstellen. Das kirchliche Leben war plötzlich wieder in der Öffentlichkeit präsent."

Finanzlage noch unklar

Ob am Ende die Kirche aufgrund geringerer Ticketeinnahmen finanzielle Defizite ausgleichen müsse, sei noch nicht ausgewertet, betonte Käßmann: "Falls ein Defizit besteht, werden wir das mit den Landeskirchen besprechen", so die frühere Bischöfin. Der hohe Aufwand, den die evangelische Kirche mit der Weltausstellung in Wittenberg betrieben hat, war zuletzt von verschiedenen Seite kritisiert worden. Käßmann ist seit 2012 Botschafterin für das Reformationsgedenkjahr.


Margot Käßmann wirbt für das Reformationsjubiläum / © Steffen Schellhorn (epd)
Margot Käßmann wirbt für das Reformationsjubiläum / © Steffen Schellhorn ( epd )
Quelle:
KNA