Privatschulen müssen keinen Religionsunterricht anbieten
Symbolbild Religionsunterricht

20.05.2017

Lippische Kirche stärkt Religionsunterricht und Klimaschutz Ökumene auf der Schulbank

Die Stärkung des Religionsunterrichts stand im Fokus der Lippischen Landessynode. Das Kirchenparlament beschloss zudem konkrete Maßnahmen für mehr Klimaschutz. 

Die Lippische Landeskirche baut die Präsenz der Kirche an den Schulen aus. Die Landessynode beschloss  in Kalletal eine Erweiterung des evangelisch-katholischen Unterrichts auf weiterführende Schulen. Gestärkt werden soll auch die Schulseelsorge. Die Umsetzung des landeskirchlichen Klimaschutzkonzeptes soll künftig ein Beauftragter für den Klimaschutz koordinieren. Der Diskussionsprozess über die künftigen Strukturen der drittkleinsten Landeskirche wird weitergeführt.

Der konfessionell-kooperative Religionsunterricht solle nicht den bisherigen bewährten Religionsunterricht abschaffen, sondern eine sinnvolle Ergänzung schaffen, erläuterte der Theologische Kirchenrat Tobias Treseler. Das solle in verabredeter Form geschehen und möglichst gemeinsam auf Ebene der Kirchen in Nordrhein-Westfalen geschehen. Ziel sei die Stärkung und die Sicherung des konfessionellen Religionsunterrichts. In der Lippischen Landeskirche wird bereits an Grundschulen ein gemeinsamer Religionsunterricht zusammen mit dem Erzbistum Paderborn praktiziert.

Gemeinsamer Unterricht 

Die Lippische Landeskirche ist nach Worten des Theologischen Kirchenrates Tobias Treseler die erste Landeskirche in Nordrhein-Westfalen, in der es das Modell eines gemeinsamen Religionsunterrichts gibt. Auch in der Evangelischen Kirche von Westfalen werde das Angebot eines gemeinsamen evangelisch-katholischen Unterrichts erwogen, wie der westfälische Landeskirchenrat Fred Sobiech in seinem Grußwort vor der Synode sagte. Die Landessynode beschloss zudem, die Schulseelsorge an lippischen Schulen zu stärken.

 Der Göttinger Theologe Bernd Schröder warb dafür, den Religionsunterricht für mehr Religionen zu öffnen. Die zunehmend unterschiedlichen Religionen der Schüler seien eine Herausforderung für den Unterricht, sagte der Religionspädagogik-Experte. Religionsunterricht habe eine enorme Reichweite. Pro Tag erreiche der Unterricht bundesweit sieben Millionen Schüler.

Schulungen für Mitarbeiter 

Landessuperintendent Dietmar Arends kündigte an, dass der Diskussionsprozess über die künftigen Strukturen der Landeskirche  weitergeführt wird. Angesichts kleiner werdender Gemeinden und weniger Gelder müssten die Schwerpunkte für die Arbeit der Zukunft bestimmt werden.

Das Kirchenparlament befürwortete einstimmig einen Maßnahmenplan für das landeskirchliche Klimaschutzkonzept. Unter anderem sind Schulungen von Mitarbeitern in den Kirchengemeinden vorgesehen. Künftig soll ein Beauftragter für den Klimaschutz die Umsetzung des Konzepts koordinieren. Eine weitere neu geschaffene Stelle soll das nachhaltige Wirtschaften fördern. Beide halbe Stellen sind zeitlich befristet und werden finanziell gefördert. Kern des im November beschlossenen Konzeptes ist ein Umweltfonds, der die Gemeinden bei klimafreundlichen Maßnahmen unterstützen soll.

Kinderarmut bekämpfen 

Die Synode der mit 163.000 Mitgliedern drittkleinsten Landeskirche rief zudem zur Bekämpfung von Kinderarmut auf. Das Kirchenparlament unterstützte Forderungen des Deutschen Kinderhilfswerks nach einer einheitlichen Förderung für Kinder und Jugendliche, um ihr Existenzminimum und gesellschaftliche Beteiligung zu sichern.

(epd)

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