Kulturrat: Gedächtniskirche muss Platz im Koalitionsvertrag finden
Kulturrat: Gedächtniskirche muss Platz im Koalitionsvertrag finden

19.05.2017

Kulturrat: Berliner Gedächtniskirche muss in Koalitionsvertrag Nationales Kulturdenkmal

Die Berliner Gedächtniskirche sollte nach Einschätzung von Experten nationales Kulturdenkmal werden. Die Kirche sei ein Mahnmal gegen den Krieg und ein Zeugnis der Architektur-Moderne, heißt es vom Deutschen Kulturrat.

Die Bundeskulturpolitik habe sich bisher nicht ausreichend um das Gebäude gekümmert, sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Ein Beirat habe sich in den vergangenen zwei Jahren Gedanken über die Zukunft der Kirche gemacht.

Das wichtigste Ziel sei, dass sich die Gemeinde nicht mehr allein um den Erhalt des Gesamtensembles kümmern müsse, betonte Zimmermann. Sowohl der Bund als auch das Land Berlin und die Landeskirche müssten Verantwortung für die Kirche übernehmen. Das Thema "Erhalt der Gedächtniskirche" solle möglichst im nächsten Koalitionsvertrag verankert werden, forderte der Geschäftsführer. Zimmermann ist Mitglied und Moderator im Beirat "Neues Nutzungskonzept".

Sanierungsmaßnahmen notwendig

Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren viele Sanierungsarbeiten finanziert, sagte Pfarrer Martin Germer. Weitere Maßnahmen seien dringend notwendig. So starte nach Pfingsten die mit rund 1,8 Millionen veranschlagte Sanierung des Podiums, auch der zurzeit eingerüstete Glockenturm müsse dringend renoviert werden.

Für die Baumaßnahmen würden in den kommenden 15 Jahren rund zehn Millionen Euro benötigt, sagte der Pfarrer. Bisher habe die Gemeinde sich "von Teilmaßnahme zu Teilmaßnahme gehangelt". Nun solle eine konzertierte Aktion zum Erhalt des Gesamtensembles gestartet werden.

Rund 1,3 Millionen Menschen besuchen jährlich die Gedächtniskirche, sagte Berlins Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein. Jeder fünfte habe Interesse an einem persönlichen Gespräch. Ein weiterer Plan des Beirats sei deshalb, aus dem Foyer ein Café als Begegnungsort zu gestalten. Dafür müsse das Gebäude intensiv umgestaltet werden. In dem Beirat sitzen unter anderem der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, sowie die Theologin Trautwein.

(epd)

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