Religionsunterricht
Religionsunterricht in einer achten Klasse eines Gymnasiums
Bischof Felix Genn
Bischof Felix Genn
Die westfälische Präses Annette Kurschus
Die westfälische Präses Kurschus

19.04.2017

Präses und Bischof für mehr Zusammenarbeit Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

Die westfälische Präses Annette Kurschus und der Münsteraner Bischof Felix Genn haben sich für mehr Zusammenarbeit der beiden Kirchen beim Religionsunterricht ausgesprochen. Weiteres Feld der Zusammenarbeit sei das Thema Flüchtlinge, so Genn.

In der religiös bunten Gesellschaft werde es immer wichtiger, dass Christen über ihren Glauben Bescheid wüssten und Auskunft geben könnten, sagte Kurschus in einem gemeinsamen Interview mit der evangelischen Wochenzeitung "Unsere Kirche" und der katholischen Bistumszeitung "Glaube+Leben". In einem konfessionell-kooperativen Religionsunterricht sollten nicht die Unterschiede zwischen den Konfessionen eingeebnet werden. "Da wird Verbindendes wie Unterscheidendes und Trennendes zur Sprache kommen", sagte Kurschus.

Zusammenarbeit auch im politischen Beitrag

Der Münsteraner Bischof Genn nannte als weiteres Feld der Zusammenarbeit das Thema Flüchtlinge. Die Flüchtlingsfrage werde in diesem Wahljahr von Bedeutung sein, "wenn wir als Christen rote Linien ziehen gegenüber bestimmten Meinungstendenzen in der Gesellschaft", sagte Genn. Es gehe dabei nicht um einfache Lösungen oder populistische Parolen. "Wir wollen als Christen in unserer Gesellschaft unseren Beitrag politisch setzen." Da gebe es viele Formen der Zusammenarbeit.

Hoffnung auf Verbesserung in der Ökumene

Vom Gedenken an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren erhoffen sich Kurschus und Genn Verbesserungen in der Ökumene. "Allein die Atmosphäre dieses gemeinsamen Betens, Sprechens wird eine gute Gesprächskultur entwickeln, so dass wir dann wiederum anders über das Kontroverse sprechen können", sagte Genn.

Fundament des Glaubens

Bei den Feiern zum Reformationsjubiläum würden auch die Unterschiede zur katholischen Kirche deutlich werden, sagte Präses Kurschus. Das Evangelische werde dabei jedoch nicht in Abgrenzung zum Katholischen definiert, sondern "in positiver Bestimmung dessen, was Fundament unseres Glaubens ist", unterstrich die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen. Bei allen Unterschieden werde dabei auch deutlich: "Uns eint das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus, dem Herrn der einen Kirche."

500 Jahre Reformation

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

(epd)

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