Antrag zum Mittelstopp für Garnisonkirche im Bundestag gescheitert

Planung kann weiter gehen

Die Linke ist im Bundestag mit ihrer Forderung gescheitert, keine Bundesmittel für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche bereitzustellen. Ob die Mittel auch wirklich ausgezahlt werden, ist allerdings noch offen.

Standort der ehemaligen Garnisonskirche in Potsdam / © Ralf Hirschberger (dpa)
Standort der ehemaligen Garnisonskirche in Potsdam / © Ralf Hirschberger ( dpa )

Mit der Mehrheit der Stimmen von Union und SPD wurde am späten Donnerstagabend ein Antrag der Linksfraktion abgelehnt, mit dem die Bundesregierung aufgefordert werden sollte, sich nicht finanziell an der Wiedererrichtung der Kirche zu beteiligen. Die Kirche symbolisiere als einstige Hof- und Militärkirche Preußens die verhängnisvolle Geschichte der Verknüpfung von Staat, Kirche und Militär, hieß es darin zur Begründung.

Der Aufbau des 90 Meter hohen Turms der Garnisonkirche soll voraussichtlich im Herbst starten und bis zum Jahr 2020 fertiggestellt werden. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist wegen ihrer Geschichte als preußische Militärkirche und ihrer Nutzung zur NS-Inszenierung der Reichstagseröffnung 1933 umstritten. Inzwischen hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Fördersumme in Höhe von zwölf Millionen Euro grundsätzlich freigegeben. Ob die Mittel auch ausgezahlt werden, wird noch geprüft.

Die evangelische Garnisonkirche war 1945 bei einem alliierten Luftangriff auf den Potsdamer Hauptbahnhof zerstört worden, die Ruine wurde in der DDR 1968 abgerissen. Der Grundstein für die neue Garnisonkirche wurde 2005 gelegt, mit weiteren Baumaßnahmen wurde jedoch wegen der fehlenden Finanzierung noch nicht begonnen.

 


Quelle:
epd