Flüchtlinge an der Brenner-Bahnhofsstation
Flüchtlinge an der Brenner-Bahnhofsstation
Margot Käßmann
Margot Käßmann

12.06.2016

Käßmann plädiert für mehr Lockerheit in der Flüchtlingspolitik Kreative Lösungen

Die evangelische Theologin Margot Käßmann fodert mehr "Lockerheit" und Kreativität beim Umgang mit Flüchtlingen. Leere Wohnungen sollten unbürokratisch vergeben werden.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann fordert eine "lockerere" Flüchtlingspolitik. Wegen bürokratischer Hürden blieben Flüchtlingen vielerorts leerstehende Wohnräume und freie Ausbildungsplätze verwehrt, bemängelte Käßmann bei einem regionalen evangelischen Kirchentag am Wochenende in München. Statt um kreative Lösungen gehe es inzwischen allzu sehr darum, die Zahl der Ankommenden zu verringern. "Das kann nicht das einzige Ziel sein", meinte die Theologin.

"Unchristliche Positionen"

"Am schlimmsten" findet die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dass die Flüchtlingskrise "im Namen des Christentums" politisch genutzt werde, "indem Pegida und Co. erklären, sie würden das christliche Abendland verteidigen." Auch die AfD vertrete mitunter "zutiefst unchristliche" Positionen.

Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe oder ihres Glaubens auszuschließen, könne mit dem Christentum nicht in Verbindung gebracht werden. "Das christliche Abendland, wenn es das gibt, ist zuerst durch Barmherzigkeit und Nächstenliebe definiert", so Käßmann.

Lob für Kirchen

Die Theologin lobte zugleich das Engagement der Kirchen: "Ich bin jedes Wochenende in einer anderen Kirchengemeinde in Deutschland und kenne keine, die sich nicht engagiert."

Im Umgang mit Muslimen ermutigte Käßmann ihre Zuhörer zur "inneren Freiheit" eines Christen, der sagen könne: "Ich habe meine Wahrheit im Glauben gefunden, aber ich respektiere andere, die einen anderen Zugang zu Gott finden. Das ist christlich."

Immer mehr Klagen

Die Kritik an der Dauer von Asylverfahren in Deutschland wächst unterdessen. Laut einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" hat die Zahl der Untätigkeitsklagen von Asylbewerbern gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im ersten Quartal 2016 um mehr als 40 Prozent zugenommen.

Ende März habe es 3.271 Untätigkeitsklagen bei Verwaltungsgerichten gegeben, zum Jahresende 2015 seien es 2.299 Klagen gewesen, so die Zeitung. Das gehe aus den Unterlagen des Bundesinnenministeriums hervor, die auf Anfrage der Linkspartei im Bundestag erstellt wurden. Untätigkeitsklagen können gegen eine Verwaltung erhoben werden, wenn innerhalb einer angemessen Frist keine Entscheidung getroffen wurde.

 

(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Dienstag, 16.01.2018

Video, Dienstag, 16.01.2018:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

15:00 - 19:00 Uhr 
Der Tag

Informationen, Musik und nette Menschen

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 16.01.
06:05 - 06:30 Uhr

Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

Der Morgen

  • Papst Franziskus in Chile und Peru
  • SPD-Chef Schulz auf GroKo-Tour durch Deutschland
  • Karneval einmal klassisch: eine Mischung aus Musik und Literatur.
10:00 - 15:00 Uhr

Der Tag

  • Der Papst in Chile
  • Das Unwort des Jahres
  • 18. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land
10:00 - 15:00 Uhr

Der Tag

  • Der Papst in Chile
  • Das Unwort des Jahres
  • 18. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land
15:00 - 19:00 Uhr

Der Tag

  • Thierse zu möglichen Koalitionsverandlungen
  • Wie läuft es mit der Ehrenamtskoordination?
  • Bilderreihe St.Severin-Köln
15:00 - 19:00 Uhr

Der Tag

  • Thierse zu möglichen Koalitionsverandlungen
  • Wie läuft es mit der Ehrenamtskoordination?
  • Bilderreihe St.Severin-Köln
19:00 - 22:00 Uhr

Der Abend

  • Der Papst in Chile
  • Thierse zu möglichen Koalitionsverandlungen
  • 18. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land
22:00 - 22:30 Uhr

Nachtgebet

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar