Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick
Heinrich Bedford-Strohm
EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm

18.04.2016

Landessynode der Evangelischen Kirche Erzbischof Schick betont gemeinsamen Auftrag der Kirchen

​Der Bamberger Erzbischof Schick hat vor der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche zu größerer Mühe für die Einheit der Christen aufgerufen. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm mahnte zudem zu mehr interreligiösem Dialog.

Christen könnten das Wort Gottes viel überzeugender verkünden und sich noch erfolgreicher für eine humanere Gesellschaft einsetzen, "wenn die Christenheit in Einheit sprechen und handeln könnte", sagte Schick in Ansbach. Der Auftrag Jesu, allen Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden und das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens auszubreiten, müsse katholische, evangelische und orthodoxe Kirchen gleichermaßen bewegen.

Die globalisierte Welt drifte trotz der Kommunikations-, Informations- und Reisemöglichkeiten in den geistigen und moralischen Dimensionen auseinander, betonte Schick. Islam, Judentum, Christentum, aber auch Buddhismus und Hinduismus entfernten sich eher als dass sie sich annäherten. Auch in der Ethik herrschten gravierende Unterschiede bei der Beurteilung des vorgeburtlichen Lebens, der Gentechnik und der Sterbehilfe.

"Zeichen des Friedens und der Hoffnung"

Mit Blick auf die Weltlage sagte Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel, die Kirche müsse Zeichen des Friedens und der Hoffnung setzen. Eine der großen Herausforderungen sei, "interreligiöse Toleranz zu einer starken Realität" werden zu lassen, sagte sie in ihrem Bericht. Friede in der Gesellschaft und zwischen den Kulturen sei ohne den Frieden zwischen den Religionen nicht zu haben.

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wandte sich in Ansbach gegen eine Abschottung Europas im Zuge der Flüchtlingskrise. Das Bild eines Kontinents Europa, der von militärisch abgesicherten nationalen Grenzanlagen durchzogen werde, sei "eine Horrorvision". Die Kirchen täten alles dafür, um diese Entwicklung zu verhindern, sagte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Sie hätten sich immer für das Friedensprojekt Europa starkgemacht.

Mehr interreligiöser Dialog

Durch die Zuwanderung von Flüchtlingen gewinne der interreligiöse Dialog eine noch größere Bedeutung, sagte Bedford-Strohm vor den 108 Synodalen, dem Kirchenparlament der bayerischen Protestanten. Die Kirchengemeinden, die sich bisher im interreligiösen Dialog nicht engagiert hätten, müssten sich jetzt mit der Religion der Flüchtlinge befassen.

Der Dialog mit den Muslimen in Deutschland setze eine Unterscheidung zwischen der Religion des Islam und deren Missbrauch voraus, sagte der Bischof. Die Religionen müssten gemeinsam ein klares Zeugnis gegen jede Rechtfertigung von Gewalt abgeben. "Den Namen Gottes für Terror und Gewalt in Anspruch zu nehmen, daran darf nicht die Spur eines Zweifels bestehen, ist Gotteslästerung", sagte Bedford-Strohm.

Die Frühjahrstagung des Kirchenparlaments der 2,5 Millionen bayerischen Protestanten dauert noch bis Donnerstag. Die Synode wollte ein Bildungskonzept, eine Handreichung gegen Rechtsextremismus und eine Konzeption zum interreligiösen Dialog beschließen.

(KNA, epd)

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