36 Stationen soll der Mini-Luther bereisen
36 Stationen soll der Mini-Luther bereisen
Lars Fischer hat Luther auf die Reise geschickt
Lars Fischer hat Luther auf die Reise geschickt

03.02.2016

Aktion zum Reformationsjubiläum 2017 Ein Mini-Luther pilgert durch Deutschland

Das Jahr 2017 steht im Zeichen Martin Luthers. Der Reformator wird mit großen Veranstaltungen geehrt. Ganz klein ist dagegen eine Luther-Figur, die bei einem Geocaching-Experiment durch Deutschland reist.

Im vergangenen Sommer hat sich Martin Luther auf den Weg gemacht. Ausgehend vom brandenburgischen Friedrichsthal ging der Reformator auf Reisen. "Inzwischen war er in Leipzig, Jena, Wittenberg und Paderborn", sagt Lars Fischer aus Hohenselchow in der Uckermark. Der 23-Jährige hat den Kirchenmann, der vor knapp 500 Jahren in Wittenberg seine Thesen zur Reformation der Kirche veröffentlicht haben soll, als Playmobil-Figur zu den Wirkungsstätten des realen Luther geschickt - via Geocaching. Wie kam Fischer darauf?

"Während einer Predigt wurde das Thema Geocaching angesprochen", sagt Fischer und erinnert sich an seine Begeisterung: Ein Gegenstand wird versteckt und mit Hilfe von GPS-Signalen und Koordinaten gesucht - vergleichbar einer Schnitzeljagd. "Ich dachte, daraus lässt sich etwas machen." Als ein Mini-Luther als Playmobil-Figur auf den Markt kam, war die Sache für Fischer klar.

Nach Fehlstart wieder aufgetaucht

Der junge Mann, der im Kirchenbüro seines Heimatdorfes unweit der polnischen Grenze arbeitet, versah die Figur mit einer Blechplakette - Travel Bug genannt - und Daten, die er ins Internet eintrug. "Da sieht man, wo die Figur ist, wo sie war und auch wo sie hin soll." Die Spielfigur hatte beim Kauf einen kleinen Lageplan bei sich mit 36 Stationen, die im Zusammenhang mit Luther (1483-1546) stehen. "Den Plan habe ich genutzt und die Figur losgeschickt", berichtet Fischer.

Wer die Figur findet, muss sie zu einem der nächsten Orte bringen und das im Internet vermerken. Fischer packte den Plastik-Luther in eine Plastikbox im Friedrichsthaler Wald. Sein Vorhaben begann allerdings mit einem Fehlstart. Der erste Finder holte die Figur ab, trug sich aber nicht in das digitale Logbuch ein. Die Figur war weg. Fischer kaufte ein Double. Kurz bevor er dieses verstecken wollte, tauchte die erste Figur wieder auf - in Leipzig. Seitdem reist Luther Nummer eins problemlos, Luther Nummer zwei steht auf Fischers Schreibtisch.

36 Stationen bis zum Reformationstag 2017

Geocaching als moderne Schnitzeljagd funktioniert seit gut 15 Jahren. "Verstecke gibt es genug", sagt Fischer und zeigt eine Landkarte im Internet. Ohne Hilfsmittel werde kaum noch gesucht. "Die Ausstattung wird immer größer", betont Fischer und zählt auf: Ausziehleiter, Taschenlampe, Warnweste... Auch viele Kinder, die er während einer Rüstzeit ehrenamtlich betreute, machen mit. "Das ist eine Stimmung wie Ostern beim Eiersuchen", beschreibt er deren Begeisterung.

Doch zurück zum etwa 7,5 Zentimeter großen Reformator: Der pilgert weiter durch Deutschland. Wichtig sei, dass die Figur bis zum Reformationstag 2017 die 36 Stationen bereist hat, obwohl es wohl mehr Punkte gibt, an denen Luther einst war. "Ich bin gespannt, ob er das schafft", sagt der Kirchenmitarbeiter.

Zukunft ungewiss...

Wie geht es danach weiter? Fischer überlegt kurz. Vielleicht öffne er das Spiel und lasse die Figur weltweit reisen oder er schicke sie in die Uckermark zurück. "Vielleicht hat jemand Interesse an der Figur, vielleicht behalte ich sie auch selbst."

Deutschland ehrt Luther auf vielfältige Weise. Der Veranstaltungsreigen reicht von wissenschaftlichen Tagungen und Symposien über Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen. Seit 2008 laufen die Vorbereitungen, wie Markus Galle, Projektmanager der Staatlichen Geschäftsstelle "Luther 2017" berichtet. Dass nun auch eine kleine Figur durch Deutschland zieht, findet er klasse.

Steffi Prutean
(dpa)

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