...fordert Bischof Markus Dröge
Markus Dröge, evangelischer Bischof von Berlin-Brandenburg
Mond über einem Kirchenkreuz
Mond über einem Kirchenkreuz

07.10.2015

Flüchtlingskirche wird in Berlin eröffnet Ein Ort der Begegnung

Die Kirchen tun viel, um den Flüchtlingen in Deutschland zu helfen. In Berlin wird jetzt extra eine Flüchtlingskirche eröffnet. Der Evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Markus Dröge, erklärte domradio.de das Konzept der Flüchtlingskirche.

domradio.de: Warum wird extra eine Kirche für Flüchtlinge eröffnet?

Bischof Dröge: Wir haben diese Kirche geplant und eröffnen sie jetzt. Sie wird der öffentlich sichtbare Ort für ein breites Netz von Engagement in unserer Kirche sein. Es finden dort auch Beratungen und Weiterbildungen statt. Zudem werden Seelsorge und Supervision angeboten. Wir haben auch ein Gasthaus mit Teestube, in dem Lesungen, Kulturarbeit, thematische Arbeit und politische Diskussionen stattfinden. Der wesentliche Fokus liegt darauf, dass wir Ehrenamtliche und Flüchtlinge auf Augenhöhe beraten und unterstützen.

domradio.de: Wird die Flüchtlingskirche auch als Kirche genutzt? Gibt es dort auch Gottesdienste?

Bischof Dröge: Ja, wir feiern dort auch Gottesdienste. Heute wird der Eröffnungsgottesdienst stattfinden. Wir werden sicherlich auch im weiteren Verlauf neue Formen für Gottesdienste ausprobieren. Flüchtlinge, die ja teilweise unterschiedliche Religionen mitbringen, brauchen auch einen Ort der Trauer und einen Ort, an dem sie ihre Hoffnungen zum Ausdruck bringen können. Dazu werden wir uns Formen und Möglichkeiten überlegen.

domradio.de: In welcher Sprache werden die Gottesdienste denn gefeiert?

Bischof Dröge: Ich habe gerade meine Predigt auf Deutsch geschrieben und wir müssen schauen, dass wir die ins Englische übersetzen und auslegen. Das braucht man natürlich schon.

domradio.de: Wie kann man sich denn die Kirche vorstellen? Wurde die extra gebaut oder vorher als etwas anderes genutzt? Wie entstand die Flüchtlingskirche?

Bischof Dröge: Das ist eine gut einhundert Jahre alte, wilhelminische Kirche, die in eine Häuserfront eingebaut ist. Die Kirche gehört zur Kirchengemeinde Berlin-Kreuzberg-Mitte. Die Gemeinde braucht aber diese Kirche für ihr gottesdienstliches und gemeindliches Leben nicht mehr so stark. Als wir nach einer Kirche in Berlin gesucht haben, sind wir mit der Gemeinde in Kontakt getreten und haben eine gute Kooperation vereinbart. Die Flüchtlingskirche ist also auch ein gutes Stück weit in die Gemeindearbeit integriert. 

domradio.de: Die Zahl der Kirchenaustritte steigt bei der katholischen wie auch bei der evangelischen Kirche. Haben Sie die Hoffnung, dass die Evangelische Kirche durch die Flüchtlinge vielleicht einen neuen Schub an Gläubigen bekommt?

Bischof Dröge: Die Situation in Berlin ist ja so, dass viele kleine, neue Kirchen von Menschen, die mit ihrer unterschiedlichen Sprache und Kultur zu uns kommen, entstehen. Vielfach sind diese Kirchen im evangelischen oder freikirchlichen Bereich angesiedelt. Uns als alter, etablierter evangelischer Kirche ist es natürlich wichtig, mit diesen neuen Christen, die in die Stadt kommen, einen guten Kontakt zu pflegen. Dafür wird die Flüchtlingskirche sicherlich ein neuer Kontaktpunkt und eine neue Brücke für Christen sein.

Das Interview führte Silvia Ochlast

(DR)

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