Ökumenischer Kirchentag
Ökumenischer Kirchentag

25.05.2015

Landeskirche und Bistum unterzeichnen in Speyer Vereinbarung "Leitfaden für das ökumenische Miteinander"

Gutes Wetter - gute Laune. Rund 22.000 Menschen kamen zu einem regionalen ökumenischen Kirchentag nach Speyer. Doch nicht nur die Stimmung stimmte. Auch eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit wurde unterzeichnet.

Die Dramaturgie passte, der Höhepunkt stand am Schluss: Feierlich unterzeichneten der katholische Speyrer Bischof Karl-Heinz Wiesemann und der evangelische Kirchenpräsident Christian Schad am Pfingstsonntag einen in dieser Form bundesweit einmaligen "Leitfaden für das ökumenische Miteinander in Bistum und Landeskirche".

Die Inkraftsetzung der Vereinbarung beendete den am Samstagmittag eröffneten ökumenischen Kirchentag in der Pfalz. Bei frühsommerlichen Temperaturen kamen laut Polizei rund 22.000 Menschen nach Speyer, 10.000 an Pfingstsamstag, 12.000 Pfingstsonntag. Die Zahlen lagen etwas über den Erwartungen der Veranstalter.

Multilaterale Ökumene

Wiesemann und Schad war wichtig, dass die Veranstaltung mehr umfassen sollte als das Zusammenspiel von Protestanten und Katholiken. So wurde die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ins Boot geholt und aus der bilateralen eine multilaterale Ökumene. Ihren deutlichsten Ausdruck fand diese Vielfalt am Vormittag des Pfingstsonntags.

Die Christen konnten an sieben verschiedenen konfessionellen Gottesdiensten teilnehmen. Was zunächst als trennend empfunden werden konnte, fand dann später eine Auflösung. Aus ihren Kirchen gingen die Menschen von Glockengeläut begleitet zum Altpörtel, dem markanten 55 Meter hohen westlichen Stadttor Speyers. Dort beteten sie gemeinsam um die Einheit der Christen.

Die verschiedenen Gottesdienste, so formulierte es Wiesemann später, seien durch Gäste anderer Konfessionen "ökumenisch durchwirkt" worden, das Modell gelungen. Schließlich gehe es nicht darum, dass die Christen alle Unterschiede leugnen und zu "Einheitsbrei" werden sollten. Schad sah es ähnlich. Differenz sei ein Reichtum, dürfe aber nicht zur Abgrenzung beitragen.

Pfälzische Gemütlichkeit

Das zweitägige Programm unter dem Leitwort "Aufstehen zum Leben" umfasste rund 200 Angebote. Ein Drittel davon richtete sich an Jugendliche. Sie konnten auf einer Bühne unmittelbar neben dem romanischen Kaiserdom ihre altersgemäßen Akzente setzen.

An Katholiken- und Kirchentage erinnerte die Maximilanstraße, Speyers Flaniermeile. In quadratischen weißen Zelten präsentierten katholische und evangelische Gruppen ihre Arbeit. Nebenan waren, wie in Speyer bei frühsommerlichen Temperaturen üblich, die Straßencafés und Bars sehr gut besucht. Pfälzische Gemütlichkeit bleibt auch bei einem ökumenischen Kirchentag das bestimmende Lebensgefühl.

In der Region ist das Miteinander der Kirchen seit Jahrzehnten eingeübt und kaum mehr infrage zu stellen. Wohl nirgendwo in Deutschland ist die Anzahl der von den beiden Kirchen gemeinsam getragenen Einrichtungen so groß wie der Pfalz. Es passt, dass Wiesemann bundesweit den Vorsitz der ACK hat.

Kardinal Lehmann und Nikolaus Schneider mit dabei

Bekannteste Referenten des Treffens waren die ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kardinal Karl Lehmann und Nikolaus Schneider. Sie setzten in ihren sehr gut besuchten Vorträgen die theologischen Akzente.

Eine weitere Sympathieträgerin war mit Malu Dreyer (SPD) gekommen, der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin. Demonstrativ hatte sie sich den magentafarbenen Schal des Christentreffens um den Hals gelegt. Der Schal war das Kleidungsstück, das das Pfingstwochenende in Speyer dominierte. Nach dem Willen von Wiesemann und Schad sollen die inhaltlichen Impulse des Treffens weit über die Pfingsttage hinausreichen - und mehr als nur ein vergänglicher Farbtupfer im Dialog der Kirchen sein.

Michael Jacquemain
(KNA)

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