Pastor Latzel
Umstritten: Pastor Latzel

22.02.2015

Deutsch-Israelische Gesellschaft kritisiert umstrittene Predigt von Bremer Pastor Ausgrenzung als Boden für Vorurteile

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat den umstrittenen Bremer Pastor Olaf Latzel und dessen beleidigende Predigt scharf kritisiert. Latzels Kanzelrede vom 18. Januar habe einen gefährlichen Kern, warnte der Vorsitzende des Bremer Zweiges der Gesellschaft, Hermann Kuhn.

In einer Predigt hatte der streng konservative evangelische Pastor Latzel in der Bremer Innenstadtkirche St. Martini Buddhisten, Muslime und Katholiken beleidigt. Unter anderem bezeichnete er das islamische Zuckerfest als "Blödsinn", Buddha als "dicken, fetten Herrn" und die Lehre in der katholischen Kirche als "ganz großen Mist". Er rief Christen zu einem "reinen" Glauben auf.

Hermann Kuhn, der Vorsitzende des Bremer Zweiges der Deutsch-Israelische Gesellschaft, sagte bei einer Ausstellungseröffnung, Latzels ständige Forderung nach strikter Reinheit sei abgrenzend und bereite den Boden für Vorurteile.

Kuhn begrüßte eine Entschließung der Bremischen Bürgerschaft aus der vergangenen Woche, in der die Abgeordneten mehrheitlich die Predigt verurteilten, weil sie Hass gegen Andersgläubige verbreite. "Wer Vielfalt bekämpft, bereitet den Boden für Ausgrenzung", sagte Kuhn, der auch für die Grünen in der Bürgerschaft sitzt. Die Forschung zeige überdies: "Ein Vorurteil kommt selten allein."

"Veheerende politische Dimension"

In der Bremer Bürgerschaft hatten am Mittwoch in einer Debatte Redner von SPD, Grünen und den Linken die Predigt von Pastor Latzel gerügt und als Politikum bezeichnet. Die Bürgerschaft distanzierte sich in einer Entschließung "von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten". Das sei nicht "unser Bremen", sagte Bürgermeister und Kirchensenator Jens Böhrnsen (SPD) in der Debatte. In der auf Trennung ausgerichteten Predigt sah er eine "verheerende" politische Dimension.

Latzel hatte sich für seine Äußerungen zwischenzeitlich entschuldigt. Ansonsten steht er hinter seiner Predigt, in der er sich seinen Worten zufolge ausschließlich gegen Religionsvermischung wendet.

(epd)

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