21.02.2015

Ökumenische Passionsandacht mit Präses Rekowski und Kardinal Woelki Solidarität mit Leidenden weltweit

Der Kölner Erzbischof Woelki hat zu mehr Solidarität mit leidenden Menschen auf der ganzen Welt aufgerufen. Woelki hielt die Predigt bei der Ökumenischen Passionsandacht am Samstagabend in der Düsseldorfer Johanneskirche.

"Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken - jeden Tag, tausendfach", sagte Kardinal Woelki während der Passionsandacht in der Landeshauptstadt. Wenn nur Medikamente für Menschen entwickelt würden, die an Zivilisationskrankheiten litten, lasse man zugleich Tausende Menschen in ärmeren Ländern verenden. "Jeder Tod ist ein Tod des menschgewordenen Gottes", betonte Woelki.

Die traditionelle Passionsandacht, die Woelki gemeinsam mit dem rheinischen Präses Manfred Rekowski hielt, behandelte in diesem Jahr Jesu Ausruf am Kreuz: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Wie Jesus machten jeden Tag unzählige Menschen die Erfahrung, dass niemand ihnen helfe, sagte Woelki. Er erinnerte auch an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren. Die Toten und Überlebenden des NS-Terrors seien eine Mahnung, "dass wir als Christinnen und Christen nie wieder zusehen dürfen, wenn Menschen ihrer Würde und ihres Lebens beraubt werden", betonte der Kardinal.

Kritik: Zu wenig Hilfe für Ebola-Kranke

Die Auferstehung Jesu zeige, dass das Heil Gottes nicht am Kreuz ende oder aufhöre, wenn das Leben aus den Fugen gerate oder zur Neige gehe, erklärte Woelki. "Nichts und niemand kann uns von ihm trennen." Das sei kein billiger Trost - "es ist das einzige, was uns niemand nehmen kann", sagte der Erzbischof.

Weiter kritisierte der Kardinal mangelnde Hilfe für die am Ebola-Virus erkrankten Menschen in Westafrika. "Wer nur für die Menschen Medikamente und Impfstoffe entwickelt, die an Zivilisationskrankheiten leiden, der lässt andere in ärmeren Ländern verenden", so Woelki.

Der rheinische Präses Manfred Rekowski erinnerte in seiner Begrüßung an verfolgte Christen in aller Welt und besonders an die 21 von der Miliz "Islamischer Staat" ermordeten koptischen Christen in Libyen. Gott stehe auf der Seite der Belasteten, Leidenden und Erniedrigten, betonte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Die Verlassenen und Vergessenen

Die Ökumenische Passionsandacht der rheinischen Landeskirche und des Erzbistums Köln findet jedes Jahr zum Anfang der Passionszeit in Düsseldorf statt. Kardinal Woelki nahm in diesem Jahr zum ersten Mal als Erzbischof von Köln teil. In der rund 40-tägigen Fasten- oder Passionszeit von Aschermittwoch bis Ostern erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu.

"Die Kirchen sind sich einig darüber, dass sie einen besonderen Auftrag gegenüber denen haben, die verlassen und vergessen sind", hieß es in der Einladung von Kardinal und Präses.

Neben Woelki und Rekowski wirken auch Presbyterin Almuth Schaeffer, die Düsseldorfer Superintendentin Henrike Tetz, der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser, und Dr. Raimund Lülsdorff vom Erzbistum Köln mit. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Leiter der Arbeitsstelle Kirchenmusik der Evangelischen Kirche im Rheinland, Kantor Jens-Peter Enk, und der Saxofonist Johannes Seidemann.

(epd, KNA)

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