München: Demonstrative Einheit der Religionen
Demonstrative Einheit der Religionen

16.01.2015

Ökumenebischof zur Einheit der Christen "Wir haben die Taufe miteinander"

Am Sonntag beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen - unter dem biblischen Motto "Gib mir zu trinken." Dazu der Vorsitzende des Arbeitskreises christlicher Kirchen, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer, im domradio.de-Interview.

domradio.de: "Gib mir zu trinken." - Was hat die Gebetswoche mit diesem Motto zu tun?

Wiesemann: Das ist ein Motto aus dem Evangelium nach Johannes. Jesus begegnet einer samaritischen Frau am Brunnen und bittet sie, dass er ihr in der Mittagshitze aus dem Brunnen etwas zu trinken gibt. Die Frau ist unglaublich erstaunt, dass Jesus als Jude sie, eine Samariterin, darum bittet. Gastfreundschaft, Herzlichkeit miteinander, sich gegenseitig zu trinken und zu essen zu geben, sind etwas ganz Wesentliches. Es bedeutet aber auch: Jeder von uns hat Gaben, die wir dem anderen schenken können. Und gerade im Hinblick auf die Einheit der Christen ist das sehr wichtig. 

'Gib mir zu trinken.' - das heißt auch, dass Jesus sagt: Ihr habt auch Quellen des Glaubens, ihr habt lebendigen Glauben auch bei euch, das wollen wir wahrnehmen. Wir trinken auch aus euren Quellen des Glaubens mit. 

domradio.de: Jetzt geht es eine Woche lang um die Einheit der Christen. Katholiken, evangelische Christen, Freikirchliche - sie alle sollen wieder einer Kirche angehören. Ist das nich völlig utopisch, Herr Bischof?

Wiesemann: Ich meine, das ganze Projekt Jesu ist nicht utopisch, aber es ist aus einer ganz anderen Kraft gespeist. Nämlich an den Glauben, dass das Reich Gottes nahe ist und dass Gott in unserer Welt handelt. Jesus selbst hat uns diesen Auftrag mitgegeben. Es ist das Vermächtnis, dass er uns in der Eucharistie mitgibt. Ein Leib seid ihr Vielen, sagt auch Paulus. 

Ich denke, jeder Christ sollte sich daran erinnern. Deswegen gehört es dazu, nach der vollen Gemeinschaft der Christen zu suchen, auch wenn sie uns durch die Jahrhunderte zerbrochen ist. Aber es gibt auch einen Grund der Einheit: Wir sind getauft. Wir haben die Taufe miteinander, wir haben vieles, das uns miteinander verbindet. Uns verbindet mehr als uns trennt. Das ist doch schon eine gute Grundlage, die das Ganze nicht mehr so utopisch macht. 

domradio.de: Papst Franziskus ist in Rom Hoffnungsträger für Vieles, auch für die Ökumene. Und in Deutschland haben katholische Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche beide neue Vorsitzende. Kann daraus eine neue ökumenische Kraft entstehen? 

Wiesemann: Ich glaube schon. Man merkt ja auch, dass Kardinal Marx und der Landesbischof Bedford-Strom sich gut miteinander verstehen. Sie haben natürlich auch kurze Wege, weil sie beide in Bayern sind. Aber ich denke auch, da es eine Lutherische Landeskirche ist, haben wir Katholiken da eine etwas größere Übereinstimmung. Aber insgesamt gesehen, denke ich, kann es dadurch neue Anstöße geben, dass wir weiterkommen miteinander in der Ökumene. Auch unter dem vorherigen Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, haben wir ein gutes Verhältnis miteinander gehabt. Aber ich denke schon, dass es neue Impulse geben könnte. Wir haben ja gemeinsam das Reformationsgedenken 2017 vor uns und es gibt gute Signale, dass wir das als Christusfest miteinander begehen dürfen.

 

Das Interview führte Tobias Fricke.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Weder domradio.de noch das Erzbistum Köln machen sich Äußerungen der Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen zu eigen.

(dr)

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