13.04.2013

Eröffnung der "Woche für das Leben" Gemeinsam engagiert

Die seit 1991 jährlich bundesweit durchgeführte "Woche für das Leben" ist eine Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland. Die Aktionswoche 2013 wurde am Samstag in Mannheim mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, rief Christen zu mehr gesellschaftlichem Engagement auf. Gerade weil in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehe, müsse sich jeder einzelne fragen, was er für Arme und sozial Schwache tun könne. "In besonderer Weise fordert uns seit seinem Amtsantritt dazu Papst Franziskus auf", so Zollitsch. Der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer betonte, in einer Zeit fortschreitender Pluralisierung und Individualisierung brauche es die verbindende Gestaltungskraft der Kirchen: Den Zusammenhalt einer Stadt gestalten, könne nur gelingen, wenn die religiösen Ressourcen genutzt würden und das Zusammenleben von Menschen auch als geistliche Aufgabe verstanden werde.

Mit ihr treten die Kirchen für den Schutz menschlichen Lebens in all seinen Phasen ein. Bis zum 20. April geht es unter dem Motto "Engagiert für das Leben: Zusammenhalt gestalten" um ehrenamtliches Engagement in einer zunehmend mobilen Gesellschaft. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hob im Vorfeld die gesellschaftliche Bedeutung der "Woche für das Leben» her. "Als Christinnen und Christen sind wir in besonderer Weise durch das Beispiel Jesu Christi aufgerufen, die leidvollen Distanzen unter uns Menschen zu überwinden und uns der Not und Hilfsbedürftigkeit des Nächsten zuzuwenden." Nur durch eine lebendige und konkrete Beziehung untereinander werde der Zusammenhalt erfahrbar, der im Zentrum der diesjährigen "Woche für das Leben" stehe.

Becker betonte, das diesjährige Motto führe eindringlich vor Augen, dass die Gesellschaft "eines neuen Füreinanders" bedürfe. Leben gelinge letztlich nur dort, wo sich Menschen für den Nächsten solidarisch engagierten. "Wo sich unser Leben nur noch an der vermeintlich unverzichtbaren Werteskala von 'schneller, höher, weiter' orientiert, verliert es oft seinen Wurzelgrund", sagte der Erzbischof. Das treffe besonders auf Menschen zu, deren Leben durch Krankheit, Alter oder soziale Not gekennzeichnet sei.

Begründet von den katholischen Bischöfen

Das Leben in einer pluralistischen Gesellschaft könne nur im Miteinander funktionieren, sagte der evangelische Stadtdekan Ralph Hartmann: "Für dieses Miteinander wollen wir als Kirchen durch Begegnungen sorgen.“ Der katholische Stadtdekan Karl Jung sagte, die Veranstaltungen sollten "auf den Wert und die Würde jedes einzelnen Lebens hinweisen". Damit die soziale Teilhabe aller Menschen gelinge, seien nicht nur Staat und Kirche gefordert, sondern auch die Zivilgesellschaft.

An der Woche für das Leben beteiligen sich Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände von 27 katholischen Diözesen und 24 evangelischen Landeskirchen mit unterschiedlichen Aktionen. Begründet wurde die "Woche für das Leben" von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

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