20.12.2012

Franziskanerpater über Geburtskirche in Bethlehem Weltkulturerbe mit undichtem Dach

Die Geburtskirche in Bethlehem gilt als die heiligste Stätte der Christenheit. Doch das Kirchendach ist undicht, Absprachen für dringend nötige Renovierungen ziehen sich in die Länge, mahnt Pater Werner Mertens OFM.

domradio.de: Nun hört man immer wieder in den Medien, dass die Kirche kurz vor dem Einsturz steht - ist das wirklich so?

Pater Werner Mertens: Tatsache ist, dass das Dach undicht und die letzte Renovierung der großen Holzbalken schon mehr als 150 Jahre zurückliegt. Ich war schon sehr oft zu Weihnachten dort und habe auch schon mal die Regenzeit erlebt, da war auf dem Boden alles feucht. Wenn  man die Wände betrachtet, dann fällt der Putz fast herunter, aber es ist nicht so, als wenn die Kirche zusammenstürzen wird. Das ist nicht der Fall.

 

domradio.de: Wie geht es denn nun weiter an der Geburtskirche?

P. Mertens: Zunächst einmal konzentriert sich alles auf das große Weihnachtsfest oder auf die drei Feiern der Weihnachtsfeste, nämlich die verschiedenen Kalender, aber die Hoffnung besteht, dass dann vielleicht im kommenden Jahr eine Einigung über einen gemeinsamen Termin erfolgt, an dem die Kirche renoviert wird.

 

domradio.de: Sind Sie da guter Hoffnung?

P. Mertens: Es ist schwierig. Es gibt verschiedene Interessen dabei und wenn sie bedenken, dass diese Kirche die Basilika der Geburt unseres Herrn Jesus Christus - wie sie offiziell heißt - unter der Verantwortung der griechisch-orthodoxen Kirche, der lateinischen Kirche im Namen der franziskanischen Kustodie des Heiligen Landes und der armenisch-apostolischen Kirche steht. Alle Änderungen können nur gemeinsam beschlossen werden und wenn man nach in die Geburtskirche in Bethlehem schaut, ähnlich wie die Grabeskirche in Jerusalem, dann betritt man auch ein politisches Feld, nämlich den sogenannten Status quo, der seit 1852 festgelegt ist und es darf zunächst nichts geändert werden. Aber man darf das nicht auf andere schieben, wenn die christlichen Konfessionen sich einigen würden, könnten Änderungen erfolgen.

 

domradio.de: Jetzt steht ja Weihnachten kurz bevor, wie wird das Fest denn am Geburtsort Jesu aussehen?

P. Mertens: Ja, ich glaube, dass es eine große Freude ist. Ich war noch in der vorletzten Woche zwar nicht in Bethlehem, sondern in Jerusalem und Nazareth und habe mitbekommen, dass trotz der schweren Wochen im November im Gaza-Streifen, in Südisrael und Syrien, die Freude der Menschen auf das Weihnachtsfest riesig groß ist. Zum Beispiel bereiten sich seit dem letzten Samstag die katholischen Christen der Sankt Katharinen Gemeinde in Bethlehem durch eine Novene auf das Weihnachtsfest vor trotz der schweren politischen und militärischen Lage. Der Obere der Franziskaner, der Custos des Heiligen Landes, Pater Pierbattista Pizzaballa, der als Beauftragter des Papstes für das Heilige Land ernannt ist, schon vor ungefähr 800 Jahren. Er hat darauf hingewiesen, dass es auch jetzt wichtig ist, dass Pilgergruppen das Land besuchen, aber man kann (fernbleibende, Anm.d.Red.) Pilger verstehen, die im Fernsehen Nachrichten sehen, die nicht positiv sind.

 

Pater Werner Mertens OFM ist der Beauftragte für das Heilige Land der deutschen Franziskanerprovinzen.

 

Das Interview führte Aurelia Rütters

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