17.06.2005

Fünf Jahre domradio / Feier im Domforum "Wir brauchen eine Frequenz"

Bei der Gründung des domradios haben Sie mir versprochen, dass man in zwei Jahren den Sender auch im Auto hören kann. Jetzt sind wir im Jahr fünf nach der Gründung und ich warte immer noch auf die Erfüllung des Versprechens". Die deutlichen Worte, die Kardinal Joachim Meisner am Samstag bei der Jubiläumsfeier des domradios im Domforum aussprach, zielten nicht auf die im Erzbistum für das domradio Verantwortlichen. Vielmehr richteten sie sich an die politischen Entscheidungsträger in deren Befugnis die Verteilung der begehrten UKW-Frequenzen für den terrestrischen Empfang des domradios liegt. „Wir brauchen eine Frequenz" war der durchgängige Tenor fast aller Reden und Beiträge, der kurzweiligen Feier im Foyer des Domforums. Mit den Wise Guys, der von domradio-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen als „beste deutsche A-Capella-Formation" vorgestellten Kölner Gruppe, dem begnadeten „Diaclown" Willibert Pauels und den drei jungen Männern von „Improvisite", die auf Zuruf eines Begriffes aus dem Publikum Spontancomedy vom Feinsten boten. „Natürlich lautete das Schlagwort aus den Reihen des vollbesetzten Domforums „Ne Frequenz". Ein Thema, zu dem Ingo Brüggenjürgen, domradio-mann der allerersten Stunde mit großen Verdiensten um die Positionierung des Senders in der Form, wie er heute existiert, auch Dr. Ingo Wolf, FDP-Politiker und designierter Irmenminister der ldinftigen NRW-Landesregierung, befragte. Wolf, der neben Kardinal Meisner in der ersten Reihe saß, was Willibert Pauels zu der Bemerkung inspirierte „ein Wolf neben dem Hirten, ob das wohl gut geht?", äußerte sich zu dieser Frage zurückhaltend. Er wolle nicht der Versuchung vieler Politiker erliegen, zu sagen, „das machen wir schon". Gleichwohl sei er davon überzeugt, das andere Sender eine Chance haben sollten. Es sei nicht einzusehen, dass in NRW etwas nicht gehen solle was in Bayern möglich ist. Dort hatte der ldrchliche Sender Radio Ho-reb kürzlich eine UKW-Frequenz bekommen. Ein Grund, warum das bislang dem domradio verwehrt wurde liegt in der Knappheit der Frequenzen im Rheinbecken und in der Tatsachebegründet, das der WDR über zu viele Frequenzen verfüge, sagte Dr. Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien. „Irgend jemandem etwas wegzunehmen ist aber immer schwieriger, als jemandem etwas zu geben", so Schneider in Anspielung auf den großen Nachbarn des domradios. „domradio hat sich zu einem in Deutschland einzigartigen katholischen Rundfunksender entwickelt, der heute in der vielfältigen Rundfunklandschaft unseres Landes seinen eigenen Platz hat", betonte Erwin Müller-Ruckwitt, Leiter der Hauptabteilung Bildung und Medien im Generalvikariat, der zugleich den Mitarbeitern für deren außerordentliches Engagement dankte. Für Chefredakteur Brüggenjürgen hat die Kirche mit dem domradio „die Chance, sich tagesaktuell mit ihren Positionen in den gesellschaftlichen Dialog einzuschalten".          RB