17.05.2011

29.09.2008 KStA In Teufels Küche (Leserbrief)

Zu "Meisner ruft nach Medienethos" (Ausgabe vom 20. 9.)

Als Verfasser des "Kölner Buches der Religionen" war ich vom Domradio eingeladen, alle 14 Tage über den Fortgang der Arbeiten zu berichten. Am Abend des 16. September
ruft mich der Leiter des Senders an. Dies Gespräch sei ihm sehr peinlich, aber er könne keine weiteren Auftritte meinerseits im Domradio zulassen. Das habe nichts mit Inhalten zu tun, sondern nur mit meiner Person. Man habe ihm signalisiert: Der Name "Harbecke" werde von Kardinal Meisner als Provokation empfunden. Ein freies Domradio habe längst keinen Rückhalt mehr im Generalvikariat, alles sei in den Händen des Opus Dei. Ich wisse sicher, wie sehr er mich schätze, aber er müsse leider so handeln, denn sonst käme er in Teufels Küche - und er habe Frau und Kinder. Da meint einer, er käme in Teufels Küche. Er ist schon mittendrin. Frage an alle aufrechten Katholiken: Wie lange ertragen wir noch eine Kirchenleitung, die ihren Mitarbeitern und uns allen ein Leben in Scham und Schande zumutet? Und Frage an die finanziell Not leidenden Gemeinden: Wie lange noch finanzieren
wir mit unseren Kirchensteuern Institutionen, die Kardinal Meisner unter Amtsmissbrauch für private Rachefeldzüge benutzt?
Dr. Ulrich Harbecke, Erftstadt