09.09.2008

Pax Christi kritisiert Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr "Spirale der Gewalt muss gestoppt werden"

Der Vorsitzende der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, Johannes Schnettler, hat den bisherigen Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr scharf kritisiert. Im domradio-Interview sagt er: "Nun sind wir in einer Spirale der Gewalt, (…) und die muss gestoppt werden." Von Jahr zu Jahr würden die militärischen Einsätze erhöht, das Militär sei in einer Zivilgesellschaft aber immer ein Fremdkörper, der die Chance auf einen autonomen Wiederaufbau verbaue.

Schnettler: „Wir plädieren dafür, dass wir eine klare Exit-Strategie formulieren, wo deutlich wird, dass wir den zivilen Aufbau fortsetzen, aber gleichzeitig auch dafür sorgen, dass wir die militärische Präsenz zurückfahren." Die Tatsache, dass inzwischen immer mehr Militär in Afghanistan gebraucht würde, zeige, dass hier etwas falsch laufe. Schnettler: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass es um die zivile Aufbauhilfe geht (…). Ich denke insbesondere an die verstärkte Ausbildung und Stärkung der Polizeikräfte. Das Bundeskabinett will heute ein aktualisiertes Afghanistan-Konzept billigen. Es sieht vor, mehr Geld in zivile Maßnahmen zu investieren. Gleichzeitig soll die militärische Präsenz der Bundeswehr bestehen bleiben, um die Maßnahmen abzusichern.