23.06.2009

Prälat Dr. Karl Jüsten über die Gründe für den Sonntagsschutz und die Verfassungsbeschwerde der Kirchen "Sonntag hat eine Bedeutung, die über jedem Gesetz steht!"

Der juristische Anknüpfungspunkt, so Jüsten im domradio-Interview, sei die Tatsache, dass der Sonntag selbst in der Verfassung geschützt sei. Der zweite Punkt habe religiöse Gründe. Jüsten: "Der Sonntag hat für uns eine Bedeutung, die über jedem Gesetz steht." Schon von Anfang an sei es den Juden und Christen wichtig gewesen, dass es einen Tag in der Woche gibt, an dem alles still steht.

Besonders erschreckend sei, dass in Berlin an allen Adventssonntagen die Geschäfte öffnen könnten. Der Advent diene der Vorbereitung auf Weihnachten. Prälat Jüsten: „Wenn die Adventstage jetzt Rummeltag werden, konterkariert das vollkommen diesen Sinn." Gerade in Berlin sei die Situation eine besondere. "Wir haben m Fall von Pro Reli gesehen, dass die Christen nicht die Mehrheit in der Stadt bilden, sondern eine Minderheit sind und dass es immer schwieriger wird, für unsere religiösen Inhalte dort so zu werben, dass der Senat dem Rechnung trägt."Seit die Länder für die Ladenöffnungsgesetze zuständig sind, haben einige Bundesländer den Sonntagsschutz immer mehr aufgeweicht. Die Katholische und Evangelische Kirche haben daraufhin Verfassungsbeschwerde eingereicht. Heute berät das Bundesverfassungsgericht über den Sonntagsschutz.