09.06.2005

Kirchenbeauftragter der Union teilt Meisners Position nicht Kues weist Kritik an CDU ab

Köln (DT/KNA) CDU und CSU haben die Aufforderung des Kölner Kardinals Joachim Meisner zurückgewiesen, das „C" im Parteinamen zu streichen. Der Kardinal sei in dieser Frage ein „Einzelgänger" unter den deutschen katholischen Bischöfen, sagte der Kirchenbeauftragte der Unions-Bundes-tagsfraktion, Hermann Kues (CDU), am Montag dem Kölner „domradio". Zur Kritik Meisners an Scheidung und Wiederheirat von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel sagte Kues, er warne davor, mit dem moralischen Zeigefinger auf andere Menschen zu zeigen. Alle Menschen wollten dauerhafte Beziehungen. Dennoch seien Scheidungen und Trennungen eine schmerzliche Realität. Die Menschen hätten aber einen biblisch begründeten Anspruch darauf, wieder neu zu beginnen. Auch innerhalb der Kirche gebe es Gescheiterte, die eine Chance für einen Neuanfang bekämen, sagte Kues mit Hinweis auf Priester. Der CDU-Politiker, der auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, widersprach auch der Auffassung Meisners, dass eine christliche Volkspartei in der säkularisierten Gesellschaft keine Mehrheiten mehr erreiche. Kues nannte es „komisch", dass diese von Kirchenfernen propagierte Position nun von einem Kardinal vertreten werde. Die Wahlergebnisse in den neuen Bundesländern Thüringen und Sachsen bewiesen das Gegenteil, so der CDU-Politiker.Nach seinen Worten haben CDU und CSU auf Grund der Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus bei ihrer Gründung 1945 sich bewusst auf das Christentum bezogen, und damit eine Absage an ein menschenverachtendes und gottloses System verbunden. Dies sei nach wie vor aktuell. Das „C" im Parteinamen stelle eine Leitplanke dar und betone, dass jedem Menschen die gleiche Würde verliehen sei, ob arm oder reich, alt oder jung, behindert oder nicht-behindert, geboren oder ungeboren. Das „C" müsse aber immer wieder neu auf die aktuelle Situation hin interpretiert werden; so gehe es derzeit um die Frage einer gerechten sozialen Ordnung angesichts der Globalisierung.