10.06.2005

Nachrichtenarchiv 10.06.2005 16:03 CDU und CSU weisen Kardinal-Kritik zurück

KÖLN. (KNA) CDU und CSU haben die Aufforderung des Kölner Kardinals Joachim Meisner zurückgewiesen, das „C" im Parteinamen zu streichen. Der Kardinal sei in dieser Frage ein „Einzelgänger" unter den deutschen Bischöfen, sagte der Kirchenbeauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Hermann Kues (CDU), am Montag dem Kölner „domradio".Zur Kritik Kardinal Meisners an Scheidung und Wiederheirat von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel sagte Kues, er warne davor, mit dem moralischen Zeigefinger auf andere Menschen zu zeigen. Alle Menschen wollten dauerhafte Beziehungen. Dennoch seien Scheidungen und Trennungen eine schmerzliche Realität. Die Menschen hätten aber einen biblisch begründeten Anspruch darauf, wieder neu zu beginnen. Auchinnerhalb der Kirche gebe es Gescheiterte, die eine Chance für einen Neuanfang bekämen, sagte Kues mit Hinweis auf Priester.Kardinal Meisner hatte am Wochenende in einem Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden „Westdeutschen Zeitung" das „C" im Parteinamen der Unionsparteien in Frage gestellt. „Was christlich ist, kann nicht die CDU definieren. Das machen wir", sagte der Kardinal.Nach seiner Überzeugung erreicht „in unserer gesellschaftlichen Säkularisation eine christliche Volkspartei keine Mehrheiten mehr". Mit Blick auf die Rolle von Kanzlerkandidatin Angela Merkel in der Regierung von Helmut Kohl fragte der Kardinal weiter: „Wie konnte eine Frau Familienministerin werden, die selbst geschieden ist und mit einem geschiedenen Mann zusammenlebt?"