15.11.2010

Kölner Rundschau 03.11.2010 "Aus den kurzen Hosen rausgewachsen"

Köln - "Gott sei Dank, wir sind auf Sendung", waren die ersten Worte, die an Pfingsten 2000 auf dem neuen "domradio" zu hören waren. Unvergessen der Moment der Einsegnung der Redaktionsräume durch Kardinal Joachim Meisner, der - was er gern tut - das Weihrauchfass so ausgiebig schwenkte, dass die Rauchmelder Alarm schlugen und die Feuerwehr anrückte: Schließlich hat die Redaktion ihren Sitz im Domforum in nächster Nähe vom Dom. Das sicherte dem neuen Sender schlagartig großes Medienecho.

Gestern feierte der Sender seinen zehnten Geburtstag mit einem feierlichen Gottesdienst im Dom und einer launigen Feier im Domforum. Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen spielte vor den Gäste aus Kirche, Politik und Medien darauf an, dass der Kardinal "aus dem Osten kam und ich aus Ostwestfalen; da fragt sich, was in Köln schlimmer ist".
Einen prominenten Kollegen outete Brüggenjürgen als Geburtstagskind: Dompropst Norbert Feldhoff feierte gestern seinen 71. Geburtstag. "Das ist ein toller Mitarbeiter: Er ist sehr preiswert und bringt sogar seine eigenen CDs mit." Feldhoff bestreitet regelmäßig Sendungen mit klassischer Musik.
Das "domradio" sei damals als Kölner Alleingang entstanden. "Hätten wir eine Entscheidung aller Gremien abgewartet, dann hätten wir jetzt erst einen Projektplan für die nächsten 20 Jahre", meinte Feldhoff. Nicht Technik noch Geld oder die tolle Lage seien entscheidend, "sondern die Mitarbeiter".
Für einen Sendestart könne es keinen besseren Termin als Pfingsten geben mit der Verkündigung der frohen Botschaft, erklärte Laudator Dr. Willi Steul, der Intendant des Deutschlandradios. Zum Geburtstag des "domradios" in einer "sich rasant verändernden Medienwelt" sprach er seinen "professionellen Respekt" aus, wie die christlichen Werte transportiert würden. Das "domradio" als Tendenzbetrieb ermunterte er, "die klare Linie beizubehalten" und als Alleinstellungsmerkmal zu nutzen. "Mit dem zehnten Geburtstag sind Sie aus den kurzen Hosen herausgewachsen." Mit (natürlich vorgetäuschten) Radioschaltungen zum "Bergischen Jung" (Willibert Pauels) etwa nach Rom oder in den Himmel kam der Spaß bei der Jubiläumsfeier nicht zu kurz; Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp stellte sich mit beachtlichem Erfolg der Aufgabe, Meisners Reaktionen auf bestimmte Radiofragen vorherzusagen, was mit Hilfe des Sendearchivs gleich überprüft wurde. Dann widmeten sich die Gäste beim Büfett dem Gedankenaustausch.  (http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1288741295708.shtml)