16.11.2014 - 07:50

Licht, wohin das Auge fällt Novembersonne

Sobald es jetzt dunkelt, gehen überall die Lichter an. Der Einzelhandel macht eine Lichternacht. Mit Lichtinstallationen, Feuerkörben und Stockbrot für die Kinder. Halloween Kürbisse leuchten noch vor den Türen, Martinslaternen in den Fenstern derselben Häuser. Auf den Friedhöfen sind die Grablaternen von Allerseelen noch frisch. So viele Maßnahmen, um das Novembergrau zu erhellen! Wunderlich nur, dass der, also der November, bisher kaum grau ist.

Im Gegenteil. Die Sonne strahlt und lacht tagsüber vom Novemberhimmel nicht nur hell. Sondern auch warm. Was bei den Abendveranstaltungen für interessante Dialoge sorgt. "Mir ist kalt." "Ja, endlich mal!" "Finde ich auch, ist wirklich viel zu warm für einen November."

Ich stand daneben. Und hatte natürlich auch Eisfinger. Und versuchte vergeblich die Hände  an der Kerze zum Lichterzug zum Gedenken an die Opfer der Reichsprogromnacht zu wärmen.  Vor lauter Verblüffung verschlug es mir die Sprache. Was eher selten vorkommt. Gedacht habe ich: "Wie bescheuert ist das denn. Wie kann es denn jetzt schon wieder falsch sein, dass die Sonne scheint."

Während  ich über diesem Text sitze, leuchtet das Herbstlicht besonders golden auf die Eichen. Obwohl auch der goldene Oktober schon längst das Zeitliche gesegnet hat. Mir fällt die kleine Szene wieder ein. Natürlich weiß ich alles,  was es zum Thema Klimawandel und Erderwärmung zu sagen gäbe. Vielleicht entspringt ja aus diesem Wissen, die Sorge, dass es im Moment viel zu warm sei.

Aber sei es wie es sei.  Ob es Vorboten einer Klimawandelkatastrophe sind. Oder ob  ein launischer Wettergott einfach die Sonne im Juli vergessen hat und jetzt vor lauter  Schreck im November kostenlos nachreicht:  ich freu mich, wenn es im November  hell und warm und wunderbar draußen ist. , das trübe, nasse, dreckig-dunkle Novembergrau kommt schon früh genug.

Bis dahin genieße ich jeden einzelnen Sonnenstrahl!