21.02.2021 - 07:10

WunderBar Corona. Geburtstage und der Versuch orignell zu sein

„Wir können ihr doch einen Paddelausflug auf der Niers schenken“, schlägt der Jüngste vor.

Beim Abendessen brüten wir über einem Geburtstagsgeschenk für eine Freundin. Ihr Beruf bringt unglaublich viel Verantwortung für viele Menschen mit sich. Die Freundin ist sich dieser Verantwortung immer bewusst, trägt sie gewissenhaft.

Seit der Coronapandemie aber arbeitet die Freundin rastlos und rund um die Uhr. Freizeit und Familie kommen hoffnungslos zu kurz.

Geselligkeit kommt ja in der Pandemie grundsätzlich zu kurz. Aber nicht alle Menschen vermissen Geselligkeit so sehr, wie diese Freundin.

Gemeinsam überlegen wir also, was für diese Freundin wohl eine Freude wäre. Schnell einigen wir uns auf einen Tag geselliger Freizeit. Das Jahr ist noch lang, irgendwann in 2021 werden wir uns ja hoffentlich wieder treffen können.

„Paddeln auf der Niers“, wirft der Jüngste in den Raum. Kein Wunder, der Jüngste ist ein Fan von Wasser und Booten.

„Bloß nicht“, antworten wir im Chor. Paddeln auf der Niers ist hier am Niederrhein ungefähr so originell, wie einem Kölner den Kölner Dom zeigen oder einem Hamburger eine Hafenrundfahrt zu schenken.

Also, ein bisschen origineller soll es schon sein. Draußen soll es sein. Ein guter Picknickort soll es sein.

Bald stapeln sich die Vorschläge auf dem Tisch: Eine Hängebrücke in der Eifel. Ein verwunschener Ort im hohen Venn, eine großartige Bankskulptur in einer nahen Heide.

Schließlich fragt die Älteste, was denn mit Klettern sei? Und in der Tat. Im nahen Ruhrgebiet gibt es wunderbare Ausflugsziele, z.B. in alten Zechenanlagen. Das passt zu der politisch engagierten Freundin ganz hervorragend. Sie hat immer die kleinen Leute im Blick, um sie ganz nach oben zu bringen.

Wir freuen uns über die gute Idee, schreiben einen Gutschein für den Ausflug zu einem Hochseilparcours und verpacken alles nett.

Am Geburtstag gratulieren wir mit Maske und Abstand, übergeben das Päckchen.

Am nächsten Tag schreibt die Freundin sichtlich gerührt eine E-Mail. Ich leite sie schnell in die Familien-Emailgruppe weiter:

Danke, schreibt die Freundin. Ich freue mich auf den Tag mit Euch. Aber vielleicht gehen wir nicht klettern, denn ich würde so gerne mal wieder auf der Niers paddeln.