24.07.2016 - 08:00

Wort des Bischofs Ewige Jugend gibt es doch!

Hundertausende Jugendliche machen sich in diesen Tagen auf den Weg zum Weltjugendtag in Krakau. Auch Kardinal Woelki reist nach Polen. Aber zuvor bricht er in seinem Bischofswort noch eine Lanze für die Jugend der Welt.

"Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz und zeigt keine Lernbereitschaft!" Nein, das ist nicht von mir – diese Klage über die ach so böse Jugend ist mehr als 5000 Jahre alt. Sie findet sich auf einer Tontafel der Sumerer. Auch der alte Sokrates bescheinigte der Jugend schon 400 Jahre vor Christus ein Leben ins Saus und Braus: „Die Jugend liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität“, so fand der weise Philosoph. Ach ja – die eigenen Jugendtage waren immer glorreich und heldenhaft – aber die heutige Jugend ist total verlottert und verkommen.

Ich mag nicht einstimmen in diesen Klagegesang über die verlotterte Jugend. Denn ich weiß, dass er nicht stimmt. Jugendliche, denen ich begegne, sind meistens sehr sozial engagiert und wollen die Welt verbessern. Sie feiern gerne und freuen sich ihres Lebens. Wie schade, dass wir Alten uns viel zu oft mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt arrangiert haben. Dass uns die jugendliche Hoffnung und oft auch die von Gott gewollte Lebensfreude fehlen.

Unser Haus Altenberg ist seit fast 100 Jahren ein bundesweites Zentrum der katholischen Jugend –  ein Haus der jungen Kirche. Immer, wenn ich hier bin, spüre ich: Unsere Kirche ist jung und auch voller lebendiger Aufbrüche. Unsere Kirche hat eine Zukunft, weil die Jugendlichen hier und überall auf der Welt ihr Leben im Vertrauen auf Gott gestalten. Wer aber mit Gott auf dem Weg ist, der ist auf einem Weg in eine wunderbare Zukunft!

Ihr

Rainer Woelki
Erzbischof von Köln

(dr)