01.05.2016 - 08:00

Wort des Bischofs Ora et labora

Zum Tag der Arbeit erinnert Kardinal Woelki in seinem Bischofswort an das uralte Glücksrezept der Mönche: Ora et labora - Bete und arbeite! Denn es muss im Leben immer eine gute Mischung geben – einen guten Ausgleich.

Zugegeben, wenn ein gesetzlicher Feiertag wie der 1. Mai auf einen Sonntag fällt, ist das für die meisten von uns kein Grund zum Jubeln. In diesem Jahr fällt auch noch der 1. Weihnachtstag ausgerechnet auf einen Sonntag. Macht mit dem zusätzlichen Arbeitstag aufgrund des Schaltjahres ganze drei Tage, die wir 2016 mehr arbeiten müssen!

Daran kann ich auch nichts ändern, aber vielleicht tröstet Sie eine alte Weisheit der Mönche. Viele Ordensmänner und Ordensfrauen leben nach der Regel: Ora et labora! Bete und arbeite! Das kennen selbst die Nicht-Lateiner. Beten und Arbeiten meint, es muss in unserem Leben immer eine gute Mischung geben – einen guten Ausgleich. Wer vor lauter Arbeit die Sonne nicht mehr sieht, der macht garantiert was falsch. Und wer den ganzen Tag nur auf seiner faulen Haut liegt, der wird in der Regel auch nicht froh. Die Weisheit der Mönche zeigt uns auch, dass es kein richtiges Lebensglück ohne Gott gibt.

Leben ohne Arbeit, das mag vielleicht noch gehen. Aber ein Leben ohne Gott geht gar nicht, da bin ich mir ganz sicher. Gott ist es, der unser Leben selbst an den dunkelsten Tagen hell macht. Er ist für uns da, immer und überall. Es wäre doch schön, wenn dieser Sonntag, an dem der Tag der Ruhe und des Gebetes mit dem Tag der Arbeit zusammenfällt, uns an das uralte Glücksrezept der Mönche erinnert: Ora et labora. Bete und arbeite!

Ihr Rainer Woelki
Erzbischof von Köln

(dr)