07.06.2015 - 08:00

Wort des Bischofs Die Gipfel-Karawane zieht weiter …

In diesen Tagen findet auf Schloss Elmau in Bayern der G7-Gipfel statt. Grund genug für Kardinal Woelki für sein Bischofswort an den Ort zu gehen, wo 1999 auf einem G8-Gipfel viele Versprechungen gemacht wurden.

Vor ziemlich genau 16 Jahren trafen sich hier die Mächtigen der Welt zum Weltwirtschaftsgipfel. Bundeskanzler Schröder hatte die Staats-und Regierungschefs damals zum G8 Gipfel nach Köln eingeladen. Hier unten, auf dem kostbaren altrömischen Marmor-Mosaik, wurde festlich getafelt. Wissen Sie noch, was damals beschlossen wurde?

Für die Armen und Schwächsten eine stärkere soziale Politik und einen Rahmenplan zur Armutsbekämpfung.

Für die Umwelt einen viel besseren Schutz und eine Schonung der kostbaren Rohstoffe und Ressourcen.

Für den Welt-Frieden forderte man im Nahen Osten die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen, die den Palästinensern ermöglichen sollten, als freies Volk im eigenen Land zu wohnen.

Für die Bekämpfung von Steuerflucht, Korruption und Geldwäsche wollte man stärker zusammen arbeiten.

Es mögen die Experten beurteilen, wie weit die Welt in all diesen überlebenswichtigen Fragen vorangekommen ist. Aber wenn ich an die weltweite Armut, an Krieg und Terror oder die bedrohte Umwelt denke, dann wünsche ich mir schon ein wenig mehr Tempo und Effizienz.

Die Gipfel-Karawane zieht von Schloss Elmau weiter –  zum nächsten G7 oder G8 Gipfel. Wenn wir aber unsere Probleme hier auf der Erde denken und in den Griff bekommen wollen, dürfen wir uns nicht alleine auf unsere Politiker verlassen. Jeder Einzelne ist gefordert. Überall auf der Welt sind wir Christen im Kampf gegen Hunger und Elend und für Frieden und Gerechtigkeit im Einsatz. Gott ist da unser Begleiter und im Vertrauen auf Gott kann, nein, muss jeder von uns einfach noch mehr tun.

Ihr

Rainer Woelki
Erzbischof von Köln