Kölner Dom
Kölner Dom

30.06.2019 - 08:00

Wort des Bischofs Kühlung durch Gottes Geist?

In diesen heißen Sommertagen kann man einen guten Beistand, der in Hitze Kühlung zufügt, wahrlich gut gebrauchen. Kühlung schenkt auch mancher alte Kirchenraum. Kardinal Woelki lädt ein.

"Komm herab oh Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt! Komm herab oh Heiliger Geist – in Unrast schenkst Du Ruh – hauchst in Hitze Kühlung zu…!" – der Text der Pfingstsequenz, er stammt aus dem 13. Jahrhundert. Das "Veni Sancte Spiritus", wir singen es hier bei uns im Kölner Dom am Pfingstsonntag immer vor dem Evangelium. Ja – in diesen heißen Sommertagen kann man einen guten Beistand, der in Hitze Kühlung zufügt, wahrlich gut gebrauchen. Kühlung schenkt auch mancher alte Kirchenraum. Hier in der Sakramentskappelle unseres Kölner Domes schirmen die dicken Kirchenmauern Hitze und Lärm noch ab.

Herzlich möchte ich Sie einladen, wann immer sich für Sie in den kommenden Ferienwochen die Gelegenheit ergibt, ein Gotteshaus aufzusuchen. Es stimmt: Der Heilige Geist weht wo er will, und Gott ist überall dort zuhause, wo die Liebe wohnt. Doch gerade in einem Kirchenraum bin ich dem Himmel immer ein wenig näher. An Orten wie diesen spüre ich die Nähe Gottes ganz besonders. Ich fühle mich hier auch mit all denen verbunden, die in den Jahrhunderten zuvor hier gebetet und gesungen haben. Ein Gotteshaus schenkt mehr als Kühlung an heißen Sommertagen! Überall dort, wo Menschen Gott ein Haus gebaut haben, wo Menschen Gott gelobt haben und ihm singen, ist Gottes Nähe in besonderer Weise spürbar.

Herzlich lade ich Sie also ein, in dieses Gotteslob miteinzustimmen. Vielleicht mit Ihrem ganz eigenen, persönlichen Lobgesang – vielleicht aber auch mit dem über 800 Jahre alten "Veni Sancte Spiritus": "Komm herab oh Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod."

Ihr
Rainer Woelki
Erzbischof von Köln