10.12.2017 - 08:00

Wort des Bischofs Ich mache nicht das Licht aus!

Die Zeiten und die Menschen verändern sich. Auch unsere Kirche verändert ihr Gesicht. Aber das bedeutet nicht das Ende! Ganz im Gegenteil: Jede Veränderung sei immer auch eine Chance, meint Kardinal Woelki in seinem Wort des Bischofs.

"Mensch Kardinal, vielleicht hast Du das ja noch nicht mitbekommen, aber Deine Kirche, die ist doch total am Ende – Du kannst Deinen Laden dicht machen!" Tja – es ist doch irgendwie immer wieder nett, was liebevolle Zeitgenossen einem alles so an guten Ratschlägen mit auf den Weg geben. Aber keine Sorge. Ich bin ganz bestimmt nicht derjenige, der hier in Köln als Letzter das Licht ausmacht. Die Tage mögen noch so trübe und dunkel sein, ich glaube ganz fest daran, dass es eine helle, eine gute Zukunft für uns Menschen gibt. Ich weiß, dass Gott es gut mit uns meint und auch seine Kirche ganz bestimmt nicht im Stich lässt. Selbst wenn immer weniger Christen die Gottesdienste besuchen oder unserer Kirche gar für immer den Rücken zudrehen sollten.

Klar, die Zeiten, die ändern sich, wir Menschen, wir verändern uns, und auch unsere Kirche verändert ihr Gesicht. Aber das bedeutet nicht das Ende! Ganz im Gegenteil: Jede Veränderung ist immer auch eine Chance. Ich jedenfalls werde nicht einfach weglaufen, sondern mithelfen. Ich werde tatkräftig mit bauen und den Um- und Neubau unserer Kirche mitgestalten. Gerade im Advent dürfen wir uns dabei auf Verstärkung freuen. Christus selber wird kommen. Er will mitten unter uns Menschen sein. Und das nicht nur an Weihnachten. Mit seiner Hilfe werden wir weiter tatkräftig am Reich Gottes mit bauen. Ich verspreche Ihnen schon heute: Im neuen Jahr da werde ich mich verstärkt für Berufungen einsetzen. Für junge Menschen, die als Priester, Diakone, als Ordensschwester, als Pastoral- oder Gemeindereferenten oder sonst wo im Dienst der Kirche Christus nachfolgen und ihre ganze Liebe und ihr ganzes Leben Gott schenken wollen. Wo auch immer aber Liebe geschenkt wird, da ist Gott schon bei uns Menschen.

Ihr Rainer Woelki
Erzbischof von Köln