29.10.2017 - 08:00

Wort des Bischofs Ein Kölsch für Luther?!

Selbst wenn Martin Luther vom Kölsch keine Ahnung hatte, so steht für Kardinal Woelki fest: Seine Bibelübersetzung war ein "geschichtlicher Meilenstein". Mit einem Gebet Luthers und einem "Prost" grüßt er alle Christen zum Reformationstag.

Martin Luther war von Köln wenig begeistert: Den Kölner Dom mit seinen vielen Pfeilern fand er zum predigen "völlig ungeeignet"! Das Kölner Urgetränk, das damals ausgeschenkt wurde, schmeckte ihm offensichtlich auch nicht: "Bis in die Fingerspitzen hat mich der Kölner Tropfen angeprickelt!" notierte er verbittert nach seinem Aufenthalt in Köln. Aber auch wenn Luther vom Kölsch nun wirklich keine Ahnung hatte, das Wort Gottes kannte er! Seine Bibelübersetzung ist ohne Frage ein Meilenstein in unserer deutschen Geschichte. Selbst wenn ich als katholischer Bischof schlecht 500 Jahre Reformation feiern kann, so eint uns doch der gemeinsame Glaube an Jesus Christus. Und so grüße ich heute alle Christen mit einem Gebet Martin Luthers:  

"Danket dem Herrn, denn er ist gut und freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohn Unterlaß allerlei Guts gar überflüssig empfahen, und täglich für allem Ubel ganz gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, gib uns durch deinen Geist solchs alles, mit ganzem Herzen, in rechtem Glauben zu erkennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit, hie und dort ewiglich danken und loben, durch Jesum Christ, deinen Sohn, unsern Herrn, Amen."

Auf den freien Tag in dieser Woche, den wir Marin Luther verdanken, auf das Wort Gottes und die Freude an Jesus Christus, die uns eint.

Ihr Rainer Woelki
Erzbischof von Köln

(dr)