Sternsinger: Im Einsatz für andere Kinder
Sternsinger: Im Einsatz für andere Kinder

04.01.2015 - 19:58

Wort des Bischofs Fragen Sie mal die Sternsinger!

In seinem Wort des Bischofs kurz vor dem Dreikönigsfest ruft der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki dazu auf, es den Sternsinger gleich zu tun: die Frohe Botschaft nicht nur zu verkünden, sondern auch konkret umzusetzen.

Waren bei Ihnen schon die Sternsinger? Die Kinder und Jugendlichen, die bei Wind und Wetter aufbrechen, um die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi weiter zu erzählen? Die von Haustür zu Haustür marschieren, um an die Türen den uralten christlichen Segenswunsch zu schreiben und Geld für arme und bedürftige Kinder in aller Welt zu sammeln?

Über 330.000 Kinder und Jugendliche machen sich in diesen Tagen auf den Weg durch die Nachbarschaft. Im vergangenen Jahr haben sie so über 44 Millionen Euro gesammelt. Und jeder Euro, den die engagierten Sternsinger erhalten, kommt genau da hin, wo er gebraucht wird.

Ich bewundere diese Kinder und Jugendlichen. Sie opfern  ihre Freizeit, um ganz konkret  für andere Kinder und Jugendliche, denen es nicht so gut geht, etwas Gutes zu tun. Oft bekommen die jungen Nachfolger der Heiligen Drei Könige natürlich auch noch etwas Süßes zugesteckt, quasi für den eigenen Magen. Das ist gut so, denn so zeigt sich den jungen Königinnen und Königen sofort, dass solidarisches Handeln nicht nur der guten Sache dient, sondern auch Spaß macht.

Ich fände es gut, wenn wir Erwachsenen uns an den Sternsingern ein Beispiel nehmen würden. Einfach mal raus aus dem bequemen Alltag und etwas ganz konkretes Tun für den Nächsten. Arme und Bedürftige, Alte und Kranke gibt es ja eben nicht nur weit weg irgendwo weit draußen in der Welt. Was glauben Sie, wie viele einsame Menschen in unseren Dörfern und Städten nur darauf warten, dass mal einer anklingelt? Einsatz für den Nächsten muss nicht automatisch immer teuer sein und kostet vielleicht nur unsere Zeit.

Ich versichere Ihnen aber, alles was Sie an guten Dingen in die Waagschale für Ihren ganz persönlichen Nächsten einbringen, rechnet sich meistens schon sofort. Eine Lebensversicherung  rechnet sich wenn überhaupt erst nach dem Tod – ein Lächeln oder ein freundliches Wort, das sie investieren, kommt fast immer sofort zurück. Fragen Sie mal die jugendlichen Sternsinger… Die wissen, wie das ist, wenn man die Frohe Botschaft nicht nur verkündet, sondern einfach mal umsetzt.

Ihr

Rainer Woelki

Erzbischof von Köln