04.02.2018 - 08:00

Wort des Bischofs Ich vertraue Gott

In Deutschland vertraut man ganz besonders der Polizei. Auch Universitäten und Ärzte stehen ganz oben auf der Liste des Vertrauens. Die katholische Kirche landet bei solchen Umfragen seit einiger Zeit leider nur noch auf den hinteren Plätzen. Dagegen möchte Kardinal Woelki etwas tun.

Bei uns in Deutschland vertraut man ganz besonders der Polizei. Auch Universitäten und Ärzte stehen ganz oben auf der Liste des Vertrauens. Die katholische Kirche, für die ich stehe, landet bei solchen Umfragen seit einiger Zeit leider nur noch auf den hinteren Plätzen.

Klar, die nicht zu entschuldigenden Missbrauchsfälle in unseren Reihen und die Millionenausgaben auf dem Limburger Bischofsberg haben ihre Spuren hinterlassen. Aber die Experten sagen uns auch, dass das mangelnde Vertrauen in die Kirche in erster Linie damit zusammenhängt, dass viele Menschen den Kontakt zur Kirche verloren haben. Wenn man den Priester gar nicht mehr kennt und im Alltag kaum mehr auf Menschen trifft, die ihren Glauben leben, schwindet natürlich automatisch das Vertrauen.

Daher genießt unsere Kirche auch in den östlichen Bundesländern deutlich weniger Vertrauen als hier bei uns im Westen. Das ist ein wenig so wie mit den Flüchtlingen: Wer Flüchtlinge aus persönlicher Erfahrung kennt, hat viel weniger diffuse Ängste vor dem Zusammenleben mit ihnen. Ich setze mich als Bischof dafür ein, dass es uns gelingt, das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen. Ich möchte persönlich, aber auch als verantwortlicher Kirchenmann alles dafür tun, damit wir wieder nahe bei den Menschen sind. Damit man uns und unsere Botschaft kennenlernt.

Es geht dabei nicht um meine Person, sondern um Jesus Christus, für den ich hier stehe. Ihm vertraue ich. Ohne Wenn und Aber. Und das dürfen Sie auch. Ja, auch die Kirche macht Fehler - Priester und Bischöfe sind Menschen mit Schwächen und Fehlern. Aber das darf niemals dazu führen, dass Sie Ihren Glauben verlieren. Ihren Glauben an das Gute, an die Liebe Gottes. Jesus Christus hat mit seinem Tod die Liebe Gottes zu uns Menschen bezeugt. Er hat Gott vertraut und gezeigt: Die Liebe siegt am Ende immer. Sie ist immer stärker. Sogar stärker als der Tod.

Ihr Rainer Woelki

Erzbischof von Köln

Nachrichten

Aktuelle Nachrichten aus Kirche und Welt – von der domradio.de-Redaktion für Sie ausgewählt und aufbereitet.

Nachrichten abonnieren

Nachrichten-Ticker auf Ihrer Website

Erweitern Sie das Informationsangebot Ihrer Seite und binden Sie unseren Nachrichten-Ticker auf Ihre Website ein – einfach und kostenlos.

Mehr Informationen

Programmtipp

Lukasevangelium
20.12.2018 - 07:50
Evangelium

Lk 1,26–38

Aus dem Lukasevangelium