Minenarbeiter im Kongo
Minenarbeiter im Kongo

25.07.2016 - 10:00

Warum unsere Smartphones so gar nicht smart sind Bluthandys

Über 26 Millionen Handys wurden allein in Deutschland 2015 verkauft. Doch kaum einer macht sich Gedanken über die dafür notwendigen Rohstoffe.

Coltan ist ein wichtiger Grundstoff für Mobiltelefone. Im Kongo wird das Erz auf brutale Weise gewonnen. Arbeiter müssen mit primitiven Mitteln Coltan ausgraben oder in schlecht gesicherten Minen schuften, die immer wieder einstürzen. Zwischenhändler zahlen häufig nur Minimalbeträge für das geschürfte Erz. Zudem finanzieren sich mit den Gewinnen die Rebellen des Ostkongos. Beobachter berichten über Zwangs- und Kinderarbeit, über Mord und Massenvergewaltigung.

Das katholische Hilfswerk missio aus Aachen hat die Aktion „Saubere Handys“ ins Leben gerufen. Missio will verhindern, dass mit illegalen Rohstoffen aus dem Kongo die brutalen Rebellen finanziert werden. Mit einer Unterschriftenliste wird an die großen Produzenten Apple, Samsung & Co appelliert, auf direkte oder indirekte Geschäfte mit den Rebellen zu verzichten. Denn es gibt auch Alternativen: Eine niederländische Firma bietet ein „Fairphone" an, das unter fairen Bedingungen hergestellt ist und auf Mineralien aus Konfliktzonen verzichtet. In domradio weltweit sprechen wir über das Leid der Menschen im Kongo, die missio-Aktion „Saubere Handys" vor und die Macht der Verbraucher.

(Erstausstrahlung 29.06.2015)