Chorgestühl im Dom zu Lund
Chorgestühl im Dom zu Lund

15.08.2016 - 10:00

Die Katholische Kirche in Schweden Klein aber bunt

Nur 1,5 Prozent der Schweden sind katholisch – Katholiken sind vor allem Einwanderer. Mehr als 80 Nationen finden sich unter dem Dach der Katholischen Kirche zusammen – und entfalten dabei ein vielfältiges Gemeindeleben.

Eine so kleine Gemeinschaft rückt näher und enger zusammen, sagt etwa Sebastian Schwertfeger, der als Praktikant in Uppsala war. "Nach der Sonntagsmesse war oft gar kein Durchkommen in der Kirche, weil man mit jedem noch geredet hat. Da findet Kirchencafé auch richtig statt", erzählt er. Dabei bringt jeder Gläubige seine Kultur mit ein, denn alle haben den Glauben, der sie verbindet: "Wenn sich zwei gemeindemitglieder auf der Straße treffen, dann sehen sie ineinander zu allererst den katholiken", sagt Benedicta Lindberg von der Lebensrechtsorganisation "Respekt" in Stockholm.

Doch die kleine Gemeinschaft steht nicht zuletzt vor großen logistischen Herausforderungen: Um sonntags in die Kirche zu gehen, müssen manche Gemeindemitglieder zwischen 50 und 100 Kilometer weit fahren. Außerdem ist die Vereinzelung sehr groß und so mancher Katholik bekommt von seiner Gemeinde nicht so viel mit. Der Stockholmer Generalvikar Pascal Lung sagt dazu: "Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie sind, mit ihnen feiern, leben, essen und arbeiten."

Nicht zuletzt gilt das auch für den Umgang mit der Mehrheitsgesellschaft. Obwohl die Schweden auf dem Papier zu 70 Prozent evangelisch sind, ist Schweden eines der säkulasisiertesten Länder der Welt, Religion spielt im öffentlichen und kulturellen Leben überhaupt keine Rolle mehr. Doch in der jüngsten Zeit scheint sich das Bild zu wandeln, denn auch in Schweden haben die Menschen Fragen - 70 bis 100 Menschen werden dort jedes Jahr katholisch. Pascal Lung bemerkt dazu: "Die meisten Konvertiten haben wir heute nicht mehr von einer anderen Religion, die meisten hatten vorher vom Christentum noch nie etwas gehört."