Korruption: Problem Nr. 1 in Albanien
Korruption: Problem Nr. 1 in Albanien

13.02.2017 - 10:00

An der Peripherie Europas Albanien

Albanien ist auf europäischen Landkarten bislang ein weißer Fleck. Westeuropäer denken höchstens an Armut und verzweifelte Flüchtlinge.

Nur 80 Kilometer trennen Albanien von der italienischen Adriaküste, ein kleines Land zwischen Montenegro und Griechenland mit gerade einmal drei Millionen Einwohnern, das jahrzehntelang im Rest Europas so gut wie vergessen war.

Dabei ist Albanien seit Juni 2014 offiziell EU-Beitrittskandidat. Vor dem Zusammenbruch des Kommunismus war das Balkanland eine Art Nordkorea Europas: Diktator Enver Hoxhas hielt Albanien bis zu seinem Tod 1985 eisern in seinem Griff, seine Politik der völligen Abschottung machte Albanien zum Armenhaus Europas. Die desolate ökonomische und soziale Lage führte immer wieder zu Massenauswanderungen und Revolten, die sich 1997 vorübergehend sogar zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen ausweiteten.

Heute ist Albanien Nato-Mitglied und auf dem Weg, EU-Mitglied zu werden. Sowohl politisch als auch ökonomisch hat das Land in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Doch der Weg ist noch weit. Unterstützt wird die Entwicklung auch von der Kirche und kirchlichen Partnern: Seit 1994 gibt es dort einen Nationalverband des Kolpingwerkes, der sich unter anderem in der Jugendhilfe und der Gesundheitsvorsorge für die Ärmsten engagiert. Rogationisten-Patres führen Roma-Kinder an ihrem Gymnasium in Lezhe zum Abitur. Und in Shkodra, im Norden des Landes, kämpft die deutsche Ordensschwester Christina Färber gegen die nach wie vor in Albanien verbreitete Blutrache, die so genannte „kanun“ und leistet Präventionsarbeit.

Domradio.de weltweit stellt das kleine Land an der Peripherie Europas vor: Albanien im Wandel, zwischen Armut, Korruption und Aufbruchsstimmung, das sich aber auch gerade zu einem beliebten Reiseland entwickelt.

Gast im Studio: Gregor Federhen, Projektreferent für Mittel- und Osteuropa bei Kolping International
 

Moderation: Ina Rottscheidt