Versöhnungskirche von Taizé
Versöhnungskirche von Taizé

10.08.2012 - 12:15

Versöhnungskirche von Taizé wird 50 Jahre alt Ein Sühnezeichen

Die ökumenische Gemeinschaft von Taize erinnert mit einer Solidaritätsaktion für Kinder im Südsudan an die Einweihung ihrer Versöhnungskirche vor 50 Jahren. In den kommenden drei Jahren will die im französischen Burgund lebende Bruderschaft hilfsbedürftige Minderjährige in der südsudanesischen Stadt Rumbek unterstützen, kündigte der Prior der Bruderschaft, Frere Alois, an.

Die Versöhnungskirche der von Roger Schutz gegründeten Kommunität auf den Hügeln von Taize war von jungen Deutschen unter der Schirmherrschaft der "Aktion Sühnezeichen" errichtet worden. Diese Initiative setzt sich von Deutschland aus für Versöhnung mit ehemals verfeindeten Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Die Versöhnungskirche wurde am 6. August 1962 eingeweiht. Seitdem findet dort drei Mal am Tag das gemeinsame Gebet der Gemeinschaft von Taize und ihrer Gäste statt. Das Weihedatum verweist zugleich auf den liturgischen Festtag der Verklärung Christi und auf den Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima.

Der Bau der Versöhnungskirche wurde notwendig, nachdem die bisher von der Brüdergemeinschaft benutzte romanische Dorfkirche nicht mehr genug Platz bot. Den Entwurf gestaltete der Mitbruder und Architekt Denis Aubert, 1934 als Jean Daniel Aubert bei Lausanne geboren. Er plante die Kirche mit einem relativ dunkel gehaltenen Innenraum und kaum gegliederten Wandflächen, die durch Fensterbänder abgeschlossen werden. Den nüchtern-lichtarmen Eindruck verstärkte ein leicht vorkragendes Flachdach, durch das der Bau an einen Flugzeugträger erinnerte.

Änderungen im Laufe der Jahrzehnte
Architekturkritiker lobten den Bau, in der Kommunität hingegen stieß er auf Vorbehalte. Schließlich wurde das in Beton gestaltete Chorgestühl entfernt, der kopfsteingepflasterte Boden mit Teppich überkleidet und die Apsis mit Tüchern dekoriert. Wegen des hohen Andrangs von Besuchern ließ Frere Roger Schutz 1971 die Originalfassade herausbrechen und durch einen hölzernen Vorbau ersetzen. Einen Stilbruch bedeuten auch die auf die ostkirchliche russische Tradition verweisenden Zwiebeltürme.

Taize ist ein kleiner Ort im französischen Burgund und seit 1944 Sitz einer ökumenischen Bruderschaft. Ihr gehören rund 100 Brüder aus mehr als 25 Ländern an, die aus verschiedenen evangelischen und aus der katholischen Kirche stammen. Internationale Jugendtreffen veranstaltet Taize seit 1978 jedes Jahr um Silvester in einer anderen europäischen Großstadt.