11.12.2009 - 15:36

Zu Gast bei einer Chanukka-Feier "Das Wunder von Jerusalem"

"Nes Gadol Haja Scham" ist hebräisch und heißt so viel wie "Ein großes Wunder geschah dort." Dabei geht es um das Chanukka-Fest, das Juden auf der ganzen Welt jedes Jahr um die Weihnachtszeit herum feiern. Das "große Wunder" meint allerdings nicht die Geburt Jesu, sondern ein Ereignis, das sich vor über 2100 Jahren in Israel zugetragen hat: Nach der Vertreibung der Griechen, die das Land Jahrzehnte lang besetzt gehalten hatten, wollten die Juden den Heiligen Tempel in Jerusalem neu weihen.

Als der siebenarmige Leuchter, die Menora, entzündet werden sollte, fand man aber nur einen einzigen Krug mit brauchbarem Olivenöl. Dieses Öl, das gewöhnlich nur für einen einzigen Tag gereicht hätte, brannte acht Tage lang, bis neues gemäß den rituellen Reinheitsvorschriften bereitet werden konnte. Daran erinnert seitdem der achtarmige Chanukka-Leuchter. Die Feier des „Wunders von Jerusalem" wird auch von der jüdischen Gemeinschaft in Köln auf traditionelle Weise begangen. Unsere Sternzeitreporterin Constanze Kaiser hat den 24-jährigen Jonathan einen Tag während der Chanukka-Festtage begleitet. Sie hat am Gottesdienst der jüdisch liberalen Gemeinde teilgenommen - und war bei der besinnlichen Feier zu Hause in Jonathans Familie zu Gast. Dabei hat sie die alten Chanukka-Bräuche wie das Anzünden des achtflammigen Chanukka-Leuchters, das Dreidel-Spiel, die besonderen Speisen und Gebete kennen gelernt. Und am Ende gab es - ein bisschen wie am Heiligen Abend - für die Kinder sogar Geschenke.Wir fragen euch: Seid ihr mit Festtagen und Bräuchen des Judentums vertraut? Habt ihr vielleicht sogar schon mal an einer jüdischen Feier teilgenommen? Wie vertraut seid ihr mit dem Leben der jüdischen Gemeinden in eurer Gegend? Wird bei euch Weihnachten auch noch traditionell mit Familie, Kirche und Geschenken begangen? Oder interessiert ihr euch eher für das Fernsehprogramm oder die Weihnachtsparty mit Freunden in der Lieblingsdisko? Wie empfindet ihr die Vorweihnachtszeit und den Heiligen Abend - besinnlich oder eher hektisch?