20.03.2012 - 13:57

Wenn nicht wir Mischa Marin

2005 nahm Mischa Marin mit seiner Band "Allee der Kosmonauten" beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil. Massiv unterstützt von der Evangelischen Kirche reichte es damals immerhin zu Platz 3. Drei Jahre später war dann Schluss mit der Bandkarriere: Offenbar gab es Unstimmigkeiten mit seinem Kollegen - Genaueres ist bis heute allerdings nicht zu erfahren. Weitere drei Jahre nahm sich Mischa Marin die Zeit, den alltäglichen Wahrheiten auf den Grund zu gehen. Zigfach fuhr er in kleine Ortschaften, hat Vorträge in Bürgerzentren besucht, um einfach ein bisschen mehr Background zu bekommen als die gängigen Informationen aus der Tageszeitung.

Als gläubiger Christ hat er sich vor allem mit der Frage beschäftigt, wo das Christsein eine politische Dimension bekommt und bekommen muss. Im Booklet seines ersten Soloalbums findet man zu allen 14 Songs persönliche Erläuterungen zu den Texten. Beim Song "Wenn nicht wir" zielt Mischa Marin zum Beispiel auf das moralisch Elitegefühl von Christen ab. Für den Musiker ist solch ein Überlegenheitsgefühl erst gerechtfertigt, wenn man den die täglichen Herausforderungen des Lebens mit einschließt und seine Positionen abgleicht und ausdrückt bei Themen wie Entwicklungspolitik und Massentierhaltung. "Die Mehrzahl von Glück" heißt das Album von Mischa Marin: Nachdenkliche Popmusik mit integrierter Handlungsaufforderung. "Wenn nicht wir" - Mischa Marin.  

Autor: Daniel Hauser